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Liquidität: Normalisierung in Sicht


05.11.21 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Es ist ein schmaler Grad, auf dem sich die Europäische Zentralbank (EZB) bewegt, so die Analysten von Postbank Research.

Die Währungshüter würden inzwischen über einen längeren Zeitraum mit erhöhten Inflationsraten rechnen, aber eine weiter nachlassende Wachstumsdynamik erwarten. Für EZB-Präsidentin Christine Lagarde sei es im Anschluss an die jüngste Notenbanksitzung entsprechend schwierig gewesen, die richtige Balance zu finden: Unterstützung zu signalisieren und auf die gestiegenen Inflationsgefahren hinzuweisen. Lagardes Bemerkung, die Hauptthemen im EZB-Rat seien "Inflation, Inflation, Inflation" gewesen, habe die Anleger hochgradig nervös gemacht. Die geänderte Inflationseinschätzung habe insbesondere in südeuropäischen Staaten zu einem Anstieg der Anleiherenditen geführt. Offenbar bereite auch die EZB den Beginn einer geldpolitischen Normalisierung vor.

Der jüngste Konjunkturbericht (Beige Book) der US-Notenbank Federal Reserve (FED) mache Lieferkettenengpässe, Arbeitskräftemangel und die Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus für die Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums verantwortlich. Trotz der sich eintrübenden Wirtschaftslage in vielen Regionen des Landes gehe die Postbank nicht davon aus, dass US-Notenbanker von ihrem Plan einer Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe noch abweichen könnten. Bis es zu einer ersten Zinsanhebung in den USA komme, dürfte jedoch noch etwas Zeit vergehen. Marktteilnehmer würden damit erst Ende kommenden Jahres rechnen. (Perspektiven November 2021) (05.11.2021/alc/a/a)