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Liquidität: Neue Hilfspakete, juristische Hürden


14.05.20 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Weltweit aktivieren Notenbanken ihre "Pandemiepläne" und legen gewaltige Hilfsprogramme auf, um die Liquidität an den Finanzmärkten sicherzustellen und Verwerfungen zu verhindern, so die Analysten von Postbank Research.

Im Zusammenspiel mit der Fiskalpolitik würden inzwischen sogar Unternehmen und private Haushalte direkt mit Geld versorgt. Rund zwei Drittel der geldpolitischen Hilfsprogramme würden auf das Konto der US-Notenbank Federal Reserve (FED) gehen. Im April habe die größte Notenbank der Welt noch einmal die Geldschleusen geöffnet: Weitere 2,3 Billionen US-Dollar für die US-Wirtschaft. Im Fokus der FED stünden dieses Mal lokale und regionale Verwaltungen sowie der Mittelstand.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe im April ebenfalls nachgelegt und ein weiteres Hilfsprogramm für Banken, Firmen und Haushalte aufgelegt. Den Banken der Eurozone werde eine weitere Serie langfristiger Kredite (Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations, PELTRO) zur Verfügung gestellt. Das neue "Pandemic Emergency Purchase Programme" (PEPP) belasse die EZB bei 750 Milliarden Euro. Ein kritisches Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Staatsanleihekaufprogramm PSPP von 2015 dürfte aber Investoren beunruhigen. Die mögliche Abweichung vom Länderschlüssel beim EZB-Anleihekauf könnte eine unerlaubte Staatsfinanzierung darstellen. Nicht betroffen vom Richterspruch seien die Ankäufe von Unternehmensanleihen. (Perspektiven Mai 2020) (14.05.2020/alc/a/a)