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Liquidität: Großer Spielraum, klares Statement


14.10.20 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Zur Finanzierung der Corona-Lasten haben die Euroländer ihre Anleiheemissionen massiv ausgeweitet und seit Jahresbeginn eine Billion Euro platziert - ein Zuwachs um 50% gegenüber dem Vorjahreszeitraum, so die Analysten von Postbank Research.

Den Großteil der zusätzlich emittierten Papiere habe die Europäische Zentralbank (EZB) absorbiert und damit größere Marktverwerfungen verhindert. Auch für künftige Anleihekäufe stehe der EZB ausreichend Spielraum zur Verfügung. Das erwartete Volumen im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase-Programme (PEPP) dürfte sich für den Rest des Jahres auf 290 bis 370 Milliarden Euro belaufen. Insgesamt stünden der EZB über das Notfallprogramm PEPP 1.350 Milliarden Euro zur Verfügung. Bei einem wöchentlichen Ankaufsvolumen in Höhe von 20 bis 25 Milliarden Euro reiche das Geld etwa bis Mitte 2021.

Auch die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (FED) bleibe locker. Nach der letzten Sitzung würden alle 17 Währungshüter im Offenmarktausschuss zumindest bis Ende 2021 mit einem Leitzins nahe Null rechnen. 13 Mitglieder würden erst Ende 2023 eine Anhebung erwarten. Die Märkte würden die erste Zinserhöhung sogar erst für Herbst 2024 einpreisen. Die Notenbank habe erneut betont, dass sie künftig ein durchschnittliches Inflationsziel von 2% anpeile. Während sich der Arbeitsmarkt bis Ende 2023 erholen könnte, werde das Preisziel bis dahin aber nicht erreicht. Außerdem plane die FED, ihre Anleihekäufe mindestens im derzeitigen Umfang fortzusetzen. (Perspektiven Oktober 2020) (14.10.2020/alc/a/a)