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Liquidität: Fokus auf den Klimawandel


08.02.21 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Januar erwartungsgemäß ihren expansiven geldpolitischen Kurs bestätigt, so die Analysten von Postbank Research.

Das im Dezember auf insgesamt 1,85 Billionen Euro aufgestockte Corona-Krisenprogramm (PEPP) für den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen laufe unverändert bis März 2022. Inzwischen hätten die Notenbanker auch im Protokoll vermerkt, dass das PEPP nicht voll ausgeschöpft werden müsse.

Die EZB lasse aber keinen Zweifel daran, so lange wie erforderlich Anleihen zu kaufen, um insbesondere den Staaten die Möglichkeit zu geben, die hohen pandemiebedingten Ausgaben günstig zu refinanzieren. Außerdem habe EZB-Chefin Christine Lagarde betont, die Wirtschaft weiter mit Liquidität unterstützen zu wollen. Zuletzt hätten sich die Geschäftsbanken der Eurozone im Dezember mit günstigen Langfristkrediten (TLTRO) eindecken können. Die Institute hätten in einer Umfrage für das 4. Quartal bestätigt, dass die Maßnahmen dazu beigetragen hätten, eine Verschlechterung ihrer Refinanzierungskosten zu vermeiden.

Die EZB plane ein internes Kompetenzzentrum Klimaschutz - auch um die Folgen des Klimawandels etwa auf Verbraucherpreise zu erfassen. 2022 müssten sich die Eurozonen-Banken einem Klima-Stresstest unterziehen. Außerdem erwäge die EZB offenbar, Klimaaspekte bei ihren Anleihekäufen stärker zu beachten. Kritiker würden es nicht als Aufgabe der EZB ansehen, "grüne" Finanzpolitik zu betreiben. Bundesbank-Chef Jens Weidmann etwa warne vor einem Glaubwürdigkeitsverlust. (Ausgabe Perspektiven Februar 2021) (08.02.2021/alc/a/a)