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Liquidität: Erste Kurskorrektur der Geldpolitik


09.07.21 09:43
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Ende 2020 dominierte an den Märkten noch die Auffassung, dass die Zentralbanken der großen vier Währungsblöcke auf absehbare Zeit keinen Gedanken an Zinserhöhungen verschwenden würden, so die Analysten von Postbank Research.

Nun aber habe sich die US-Notenbank Federal Reserve (FED) als Erste aus der Deckung gewagt. FED-Chef Jerome Powell und die Mitglieder des zuständigen Offenmarktausschusses hätten im Juni die Märkte damit überrascht, dass die Leitzinsen anstatt 2024 bereits 2023 oder sogar schon 2022 erhöht werden könnten.

Nicht nur die Zinsprognose sei angehoben worden, auch die Erwartungen für das US-Wirtschaftswachstum und die Inflation würden teilweise höher ausfallen. Ihre Anleihekäufe wolle die FED aber so lange fortsetzen, bis "substanziell weitere Fortschritte" bei der Erholung der US-Wirtschaft erzielt worden seien. Auffällig stark habe sich FED-Chef Powell bemüht, die Wirkung der Zinsprognose nicht zu verwässern, und sich eher auf die überraschend hohen Inflationsraten als auf den weiterhin schwächelnden US-Arbeitsmarkt fokussiert.

Derartige Gedankenspiele seien von der Bank of Japan (BoJ), der Bank of England (BoE) und der Europäischen Zentralbank (EZB) bislang nicht bekannt. Die EZB habe im Juni ihre sehr lockere Geldpolitik bestätigt. Leitzinsen und die sie betreffende Marktorientierung (Forward Guidance) seien unverändert geblieben. Die Postbank rechne frühestens ab September mit einem Hinweis aus der EZB auf eine Verringerung der Anleihekäufe (tapering). (Perspektiven Juli 2021) (09.07.2021/alc/a/a)