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Licht am Ende des Tunnels


05.05.20 11:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die sentix-Konjunkturerwartungen in Deutschland haben zugelegt und so zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab, so die Analysten der Helaba.

Die Sorgen wegen den mittel- und langfristigen Folgen der Corona-Pandemie seien aber weiterhin groß. Unternehmer würden skeptisch in die Zukunft blicken und Arbeitnehmer würden sich um ihre Arbeitsplätze fürchten, Marktteilnehmer und Investoren treibe dabei auch die Frage um, ob und wie die enormen Hilfspakete auf die Volkswirtschaften wirken würden, insbesondere im Hinblick auf Staatsverschuldung und Inflation. Zwar sei dies das weltweit vorherrschende Thema, aber gerade in der Eurozone komme die Frage nach dem Zusammenhalt des Währungsraumes hinzu.

Die Einführung von Eurobonds oder Corona-Bonds sei zunächst wieder in den Hintergrund getreten, nachdem der Widerstand in Mitteleuropa vehement ausgefallen sei. Vor allem der Europäischen Zentralbank sei es zu verdanken, dass die Spreadentwicklungen trotz einer beispiellosen Krise relativ moderat seien. Die hohen Niveaus bei Peripheriespreads, die während der Eurokrise 2011/12 erreicht worden seien, seien noch weit entfernt, weil das Eurosystem massiv am Staatsanleihemarkt engagiert sei. Durch das neu installierte Pandemie-Notfall-Kaufprogramm (PEPP) hätten sich die Währungshüter zudem eine höhere Flexibilität gegeben als bei dem weiterhin existierenden und aufgestockten APP.

Beim Blick auf die konjunkturellen Datenveröffentlichungen sei auch zu Beginn der Woche klar geworden, dass ein Zurück zur Normalität noch dauern werde. Die Einkaufsmanagerindices des Verarbeitenden Gewerbes hätten im abgelaufenen Monat neue historische Tiefs markiert. Obwohl die Produktion beispielsweise in den Autofabriken wieder anlaufe oder langsam hochgefahren werde und auch die Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsbetriebe Stück für Stück wieder öffnen würden, sei im Mai noch nicht wieder ein normales Maß der Wirtschaftsaktivitäten zu erwarten. Immerhin: Die Lage verbessere sich.

Auf die katastrophale, aktuelle Situation werde heute auch in den USA aufmerksam gemacht, denn der ISM-Index des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes werde wohl sehr deutlich nachgeben. Regionale Stimmungsbarometer der Servicebereiche würden auf Werte von unter 40 Punkten oder sogar unter 30 Punkten hinweisen. Dies wären Niveaus, die beispielsweise auch in Europa oder China gemeldet worden seien. Im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum werde das zweite Quartal also nochmals einen Einbruch aufweisen, erste Notenbankvertreter in den USA würden aber darauf hinweisen, dass das dritte Quartal wieder von Wachstum geprägt sein dürfte. Licht am Ende des Tunnels scheine es also tatsächlich zu geben. (05.05.2020/alc/a/a)