Leitzinsen und Geldmarktsätze dürften weltweit auf den aktuellen oder noch tieferen Niveaus verharren


12.05.20 08:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die US-Arbeitsmarktdaten fielen wie erwartet dramatisch schlecht aus, so die Analysten der NORD LB.

Das sei leider die Konsequenz der notwendig gewordenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19. So würden die Zahlen der gemeldeten Infektionszahlen weiterhin im Fokus der Marktteilnehmer bleiben, da nur Rückgänge eine Lockerung der Beschränkungen erlauben würden und diese dann zu einer Erholung der Wirtschaft führen könne. In dieser Woche stünden vor allem aus den USA eine Vielzahl an Makrodaten auf der Agenda. Dazu würden zunächst die Preisdaten gehören und geballt am Freitag die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion und der Michigan-Index. Die US-Konsumentenpreise (Dienstag) dürften deutlich zurückgegangen sein, so dass die Inflationsrate in einem Zug von 1,5% auf knapp 0,5% gefallen sein dürfte. Am Freitag erwarte man für April die US-Einzelhandelsumsätze mit einem Einbruch um 7,0% M/M und die Industrieproduktion mit einem Minus von 10% M/M. Es folge dann noch das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan, welches man mit nahezu konstanten 70 Punkten erwarte. Einen Hauch höher sollte der New Yorker Empire State Survey ausfallen. Beides seien die ersten Veröffentlichungen für den Monat Mai.

Aus Deutschland und Euroland würden vor allem die BIP-Wachstumszahlen für das erste Quartal am Freitag interessieren. Die Analysten der NORD LB würden für unser Land mit einem Einbruch um 1,9% Q/Q rechnen. Damit wäre das erste Quartal zwar besser als in der übrigen Eurozone verlaufen, vor allem wegen eines witterungsbedingt sehr kräftigen Zuwachses der Bauproduktion und einer insgesamt guten Konjunktur in den ersten beiden Monaten. Die gesamtwirtschaftliche Aktivität werde jedoch auch in Deutschland im zweiten Quartal dramatisch einbrechen.

Alles spreche also dafür, dass die Leitzinsen - weltweit - noch für einige Zeit auf den aktuellen oder noch tieferen Niveaus verharren würden und somit auch die Geldmarktsätze. Die Kapitalmarktzinsen könnten dagegen im Takt der jeweiligen Makrodaten tendenziell leicht höher tendieren. Die Renditen der Benchmarkanleihen dürften zum Jahresende aber nur geringfügig über den aktuellen Ständen liegen. Im Falle einer "zweiten Welle" bei der Pandemie dürften allerdings die Renditen wieder fallen. (Markets Weekly KW 20/Fixed Income & Macro Research) (12.05.2020/alc/a/a)