Leitzins in Tschechien und Ungarn unverändert belassen


12.10.17 09:30
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Teuerungsrate in Polen hat im September offenbar die 2%-Marke überschritten und lag damit über den Analystenerwartungen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM).

Sie gehe einher mit einer kräftig wachsenden Industrieproduktion, stark expandierenden Einzelhandelsumsätzen und einer sehr optimistischen Stimmungslage in der Wirtschaft. Der entsprechende Stimmungsindikator habe zuletzt ein Neunjahreshoch erreicht. FTSE habe angekündigt, Polens Aktienmarkt Ende 2018 nicht mehr zu den Schwellenländern zu zählen, sondern als entwickelten Markt zu behandeln. Zwar werde von den allermeisten Investoren die Kategorisierung von MSCI herangezogen, und dort habe es diesbezüglich bislang keine entsprechende Andeutung gegeben. Dennoch sei die Ankündigung von FTSE sicherlich sehr positiv für den polnischen Markt zu werten.

In Ungarn habe die Notenbank ihren Andeutungen vom August nun Taten folgen lassen und den Zins für Übernacht-Ausleihungen um 0,1% auf minus 0,15% abgesenkt. Der Leitzins sei hingegen unverändert bei 0,9% geblieben. Zugleich habe die Notenbank ihre Inflationsprognose für das kommende Jahr von 2,8% auf 2,5% reduziert.

Das Wirtschaftswachstum in Tschechien für das zweite Quartal sei nochmals nach oben revidiert worden, auf nunmehr 4,7% p.a. Die Zentralbank habe den Leitzins dennoch unverändert belassen, doch hätten mehrere Mitglieder des Notenbank-Gremiums für eine Zinsanhebung um 0,25% gestimmt.

Die Aktienmärkte der Region hätten im September überwiegend nachgegeben. Die polnischen und ungarischen Aktienindices hätten etwas mehr als 2% verloren. Gegen diesen Trend hätten die Kurse in Prag allerdings um mehr als 2% zugelegt. (Ausgabe Oktober 2017) (12.10.2017/alc/a/a)