Leitzins in Polen bleibt wohl vorerst unverändert


04.10.17 10:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In Polen berät heute die Notenbank (NBP) über die künftige Geldpolitik im Land, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dabei würden die Analysten davon ausgehen, dass der seit März 2015 historisch niedrige Leitzinssatz von 1,50% unverändert bleibe. Grund hierfür sei die Einschätzung der Währungshüter, dass das Risiko einer dauerhaft über der Zielgröße (2,5%) liegenden Inflation für die kommenden Monate sehr gering sei. Zwar würden die Analysten angesichts der zuletzt gestiegenen Ölpreise und des aufgrund der guten Entwicklung am polnischen Arbeitsmarkt anziehenden Lohnwachstums im Gesamtjahr 2017 mit einer im Durchschnitt klar höheren Teuerung als noch in 2016 (1,8% nach -0,6%) rechnen.

Aber selbst im kommenden Jahr dürfte das Inflationsziel mit den von den Analysten unterstellten 2,0% weiterhin unterschritten bleiben. Erst 2019 würden die Preise wohl mit Blick auf die insgesamt günstigen wirtschaftlichen Perspektiven in der von der Notenbank angestrebten Größenordnung zulegen, sodass dann auch mit monetären Restriktionsmaßnahmen zu rechnen sei. Die Analysten würden 2019 insgesamt von Leitzinserhöhungen im Umfang von 100 BP ausgehen. Aufgrund der Antizipation dieses geldpolitischen Normalisierungsprozesses und der wohl weiter soliden konjunkturellen Entwicklung in Polen dürfte der Polnische Zloty im kommenden Jahr - trotz der politischen Kontroversen mit der EU - zulegen können. Per Ende 2018 würden die Analysten den Euro bei 4,00 PLN sehen. (04.10.2017/alc/a/a)