Der Krug der Verschuldung geht solange zum Brunnen bis er bricht


06.10.17 09:28
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Aus den USA erreichte uns erst kürzlich die Nachricht, dass der Versicherungskonzern AIG nicht mehr der besonderen Aufsicht durch die Behörden unterliegt, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Auf den ersten Blick könnte man also zu dem Ergebnis gelangen, dass anscheinend neun Jahre nach der Rettung durch den Staat Normalität an den Finanzmärkten eingetreten sei. Doch davon sind wir weit entfernt, so die Analysten der Baader Bank. Dafür verantwortlich sei lediglich die Tatsache, dass das Unternehmen Vermögenswerte in Milliardenhöhe verkauft habe. Nach Ansicht des Kontrollgremiums FSOC sei nämlich das Unternehmen jetzt nicht mehr relevant für das Weltfinanzsystem.

Diese Nachricht alleine bedeute also keine Entwarnung - nicht zuletzt, weil sich die Anzeichen eines Wiederaufflammens der Krise mehren würden. So steige erstmals seit der Finanzkrise die globale Schuldenlast wieder - und zwar auf insgesamt mehr als 217 Billionen US-Dollar. Bemerkenswert sei hierbei, dass das jährliche Bruttoinlandsprodukt weltweit nur mit ungefähr einem Drittel davon beziffert werde. Wie lange das noch gut gehen werde, sei die Gretchenfrage. Deshalb komme einem unvermittelt die deutsche Redensart "Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht" in den Sinn.

Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Asien seien bereits die Risiken sichtbar. Aber der Partystimmung an den Börsen tue das bisher keinen Abbruch. So frage man sich in den USA, wann die Autofinanzierungsblase platze. Ähnlich sehe es dort auch im Kreditkartensektor aus. Aber auch in Europa würden immer mehr Reisen, Haushaltsgeräte, Autos und andere Gebrauchsgegenstände auf Kreditbasis finanziert. Man lebe wieder auf Pump und nicht zuletzt in den USA würden vermehrt Kredite ausfallen! Noch sind wir zwar mit einer Ausfallrate von 3,29% der Kreditkartenschulden weit von dem Wert während der Finanzkrise (10%) entfernt, aber die Quote stieg zuletzt im fünften Quartal in Folge, so die Analysten der Baader Bank.

In Asien würden die Verbraucher die relativ niedrigen Zinsen ebenfalls nutzen und sich manchmal bis über beide Ohren verschulden. Teilweise liege die Verschuldungsquote bereits höher als in vielen Industrieländern und lasse bei einem jährlichen Anstieg von über 10% gegenüber dem Vorjahr aufhorchen. In China seien es allerdings die staatlichen Unternehmen, die zu diesem dramatischen Verschuldungsanstieg beitragen würden. Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen hätten zwar Chinas Wirtschaft kontinuierlich wachsen lassen, aber dadurch sei auch eine große Kreditblase geschaffen worden, die es nun zu entschärfen gelte.

Noch würden die mahnenden Worte belächelt, aber man sollte sich selbst eine Strategie zur Vermögenssicherung überlegen. Vorausschauend zu agieren sei nicht nur beim Autofahren wichtig, sondern auch an den Finanzmärkten. Auch dort gelte es, auf Sicht zu fahren und den Bremsweg einzukalkulieren.

Mit einem abrupten Ende der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) rechne ohnehin keiner. Vielmehr sei mit einem vorsichtigen Rückzug in Trippelschritten zu rechnen, mit dem die EZB ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe allmählich zurückfahren werde. Nachdem ihr Präsident Mario Draghi nun bereits mehrmals signalisiert habe, dass er demnächst verraten werde, wie man von Januar 2018 an weiter vorzugehen gedenke, dürfte die EZB bei der nächsten Notenbanksitzung im Oktober ihre Pläne offenbaren.

Auf diese Informationen würden die Marktteilnehmer schon seit geraumer Zeit warten. Nach dem bisherigen Stand solle das Ankaufprogramm für Anleihen, in dessen Rahmen die EZB zusammen mit den nationalen Notenbanken monatlich Wertpapiere im Volumen von 60 Mrd. Euro ankaufe, ja mindestens bis Ende 2017 laufen. Die Frage sei aber nicht nur das "Wie", sondern auch das "Wann". Bis zum 26. Oktober müssen wir uns zumindest noch gedulden, um zu erfahren, wie ernst es Mario Draghi mit dem Einstieg in den Ausstieg ist, so die Analysten der Baader Bank.

Jedoch sei "Super-Mario" ja kein Greenhorn und äußere sich in seinen Reden nie eindeutig, sondern eher im Sinne eines "Hü und Hott". Stets lasse er sich ein argumentatives Hintertürchen offen. So auch zuletzt, als der EZB-Chef gesagt habe, er sei zwar zuversichtlicher geworden, dass sich die Inflation wieder dem Inflationsziel von knapp zwei Prozent annähern werde. Denn zugleich habe er hinzugefügt, dass um dieses Ziel zu erreichen, jedoch eine weiterhin expansive Geldpolitik nötig sei. Und weiter: Die so genannte Kerninflationsrate, also ohne Energie- und Lebensmittelpreise, sei in den vergangenen Monaten nur leicht gestiegen. Die Zentralbank müsse daher geduldig und ausdauernd sein. Und es gebe immer noch eine Unterauslastung der Wirtschaft.

Zuversichtlich habe sich Draghi mit Blick auf die Konjunktur in der Währungsunion gegeben. So habe er erläutert, der wirtschaftliche Aufschwung erfolge auf breiter Basis mit Blick auf Länder und Sektoren, was für eine Straffung der Geldpolitik spräche. Aber auch hierbei sei er seiner "Hü- und Hott"-Strategie treu geblieben und habe auf weiterhin geopolitische Risiken für das Wachstum verwiesen.

Schützenhilfe für die Befürworter einer strafferen Geldpolitik habe es vor zwei Wochen von der US-Notenbank FED gegeben, als sie einen nächsten Zinsschritt in diesem Jahr sowie weitere drei in 2018 angedeutet habe. Damit erleichtere es die FED der EZB, ebenfalls diesen Weg einzuschlagen. Denn durch die Maßnahmen der US-Notenbank sei der US-Dollar geklettert und der Aufwertungsdrang des Euro sei gedämpft worden. Schließlich habe dessen Stärke zuletzt das EZB-Inflationsziel von 2% als realitätsfremd erscheinen lassen. Zusätzlich neue Spielräume in der Geldpolitik würden die Notenbanken aber auch nicht zuletzt durch die generellen Wachstumstendenzen der Volkswirtschaften erhalten.

Bliebe allerdings noch eine Unsicherheit: Der Vertrag von FED-Präsidentin Janet Yellen laufe im Januar 2018 aus. Höchste Zeit für D.T., den Unberechenbaren, sich über eine Neubesetzung Gedanken zu machen. Wobei die Marktteilnehmer im Sinne von Verlässlichkeit und Kontinuität durchaus auch eine Vertragsverlängerung von Yellen goutieren würden. Aber eine solche Entscheidung würde nicht in das bisherige Verhaltensmuster des amtierenden US-Präsidenten passen.

Den Börsianern stoße die Unsicherheit um das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien sauer auf. Nachdem die Katalanen am Sonntag ein Referendum über die Loslösung von Spanien abgehalten hätten, seien die Börsen nervös geblieben.

An den Bondmärkten seien die Kurse der spanischen Staatsanleihen weiter in die Knie gegangen. So sei im zehnjährigen Bereich eine bis 10/2027 laufende spanische Staatsanleihe (ISIN ES0000012A89 / WKN A19KVL) auf 97,10% abgerutscht und die dabei erzielte Rendite von 1,76% sei die höchste seit über drei Monaten gewesen. Jedoch sei auch der Kurs eines fünfjährigen spanischen Bonds (ISIN ES00000128O1 / WKN A19B40) auf pari zurückgefallen. Diesem Trend hätten sich auch Banktitel nicht entziehen können und so habe am Mittwochabend eine bis 1/2027 laufende Anleihe (ISIN XS1548444816 / WKN A19BHM) von Santander nur noch bei 105,50% notiert, nachdem noch Anfang August mit 108,16% ein Zwölfmonatshoch erzielt worden sei. Gleichzeitig habe sich die Rendite auf ca. 2,45% ausgeweitet.

Unter Druck greaten sei auch der Aktienmarkt an der Madrider Börse, wo insbesondere Bankentitel zu den Verlierern gehört hätten. Der Leitindex der Madrider Börse IBEX 35 habe vorgestern rund 2,8% auf ein Niveau von 9.964,90 Punkten verloren, was dem tiefsten Stand seit fast sieben Monaten entspreche. Bekanntlich sei das Referendum des wirtschaftsstarken Kataloniens zuvor von der Zentralregierung und dem Verfassungsgericht für illegal erklärt worden. Vergleichbar wäre, wenn Bayern eine Abstimmung anberaumen würde, mit der man über den Verbleib des Freistaats in der Bundesrepublik Deutschland abstimmen lassen wollte.

Nicht zuletzt durch das ungeschickte Verhalten von Spaniens Ministerpräsident Rajoy sei die Situation festgefahren und eine Lösung mit ihm nur noch schwer vorstellbar. Die nächste Eskalationsstufe könnte gezündet werden, wenn der Chef der Regionalregierung in Barcelona, Carles Puigdemont, die Unabhängigkeit Kataloniens erklären sollte. Seine Regierung werde Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche handeln, wenn alle Stimmen ausgezählt seien, habe Puigdemont angekündigt. Und doch habe das ein bisschen nach Zeitspiel geklungen - auf der Suche nach einem Vermittler. Denn schließlich wisse man ja, dass 90% der 42% zur Wahl gegangenen Katalanen für die Abspaltung gestimmt hätten.

Dass der Brexiteer Boris Johnson ein Polterer sei, habe der britische Außenminister wiederholt bewiesen. Nun aber habe er seiner Reputation eine weitere Geschmacklosigkeit hinzugefügt. Auf dem Parteitag der konservativen Tories in Manchester habe Johnson gesagt, Libyen könne zu einem attraktiven Ziel für Touristen und Investoren werden, die Küstenstadt Sirte gar ein neues Dubai. Vorher müssten aber erst "die Leichen weggeräumt werden". Diese Bemerkung sei sowohl bei der Opposition als auch bei den Konservativen auf zum Teil harsche Kritik gestoßen und habe die Debatte um seine Person weiter befeuert.

Nachdem das Enfant Terrible der britischen Tories in den vergangenen Wochen Premierministerin Theresa May mehrfach düpiert habe, habe sich diese aber für eine Entlassung Johnsons als zu schwach erwiesen und sich auf dem Parteitag überraschend zahm zum Brexit-Kurs geäußert. Zuvor sei noch spekuliert worden, ob Boris Johnson die amtierende Premierministerin stürzen wolle. Jedoch habe er auf dem Parteitag gegenüber May den "Wolf im Schafspelz" gemimt und stattdessen Labour-Chef Jeremy Corbyn attackiert. Den Brexit verteidigte er hingegen vehement und bezeichnete ihn als eine "demokratische Revolution, die wir in eine kulturelle und technologische Erneuerung verwandeln können", so die Analysten der Baader Bank. Dafür sei er mit großem Beifall der Delegierten bedacht worden.

Die konkreten Verhandlungen zwischen Brüssel und London kämen allerdings im Moment nicht vom Fleck, da anscheinend die britische Regierung überhaupt nicht wisse, was sie eigentlich wolle. Zwar sei laut Brexit-Minister David Davis in der Frage der Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien und Briten in der EU eine baldige Lösung in Sicht. Aber selbst wenn das stimmen sollte, sei man noch nicht so weit, um in Gespräche über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien einzutreten.

Insbesondere bei den finanziellen Forderungen, welche die EU an Großbritannien habe, sei man nicht vorangekommen. Daher sollte diese zweite Phase der Brexit-Verhandlungen aufgeschoben werden, wie eine breite Mehrheit der Europaabgeordneten nun fordere. Zuerst müsse die Scheidung geregelt werden, heiße es. Dazu brauche es jedoch eine Delegation aus London, die einen Plan habe und darum sollte sich Theresa May jetzt endlich kümmern. So schwach sie sein möge, sollte man stets bedenken, dass es ohne sie auch nicht einfacher wäre. Erst recht nicht, wenn ihr Nachfolger Boris Johnson hieße.

Im Übrigen habe Europa auch noch anderes zu tun, als sich mit den planlosen Briten herumzuschlagen. Denn die Zukunft der Europäischen Union sei schließlich wichtiger als der Brexit, wie Barnier angemerkt habe.

BaFin-Chef Felix Hufeld habe auf einer bankenaufsichtlichen Fachtagung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt die Risiken offenbart, welche Anleger in Deutschland durch einen möglichen Bail-in drohen würden. Denn deutsche Bankkunden würden mehr bail-in-fähige Anlagen halten als allgemein angenommen werde und lägen demnach bei diesem risikobehafteten Material nach Italien auf Platz zwei. Bei diesen Wertpapieren handle es sich insbesondere um unbesicherte nachrangige Verbindlichkeiten wie Inhaberschuldverschreibungen, die noch höhere Zinsen bieten würden. "Bail-in-fähig" bedeute, dass die Kundenanlagen im Falle der Abwicklung eines Instituts ganz oder teilweise abgeschrieben würden, damit möglichst wenig an Steuergeldern eingesetzt werden müsse.

Zuletzt hätten bei der Abwicklung der italienischen Institute BP Vicenza und Veneto Banca sowohl Aktionäre als auch Anleihegläubiger und Inhaber von Zertifikaten durch einen Bail-in ihre Investitionen verloren. Dasselbe sei bei der durch Santander übernommenen spanischen Banca Popolare passiert.

Wie Hufeld gesagt habe, reiche seine Fantasie aus, um sich Situationen vorzustellen, in denen solche Fälle auch in Deutschland passieren könnten. "Wir sitzen häufig auch in einem kleinen Glashäuschen", habe er gesagt. In der deutschen Selbstwahrnehmung dagegen sei häufig "alles supertoll" und nur die europäischen Nachbarn hätten Probleme, aber das sei ein Trugschluss.

In dieser feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche hätten es die Unternehmen am Primärmarkt für Corporate Bonds eher ruhig angehen lassen. So hätten sich lediglich PSA Banque France, Total Capital International und Ovako frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt.

Eine der Finanzierungsbanken des französischen Automobilherstellers Peugeot PSA Banque France habe eine 500 Mio. Euro schwere Anleihe (ISIN XS1694212181 / WKN A19P37) begeben. Der 5-jährige Bond sei am 10.10.2022 fällig und mit einem Kupon von jährlich 0,625% ausgestattet. Der Ausgabepreis habe bei 99,501% gelegen, was einem Emissionsspread von +48 Bps über Mid Swap entsprochen habe. PSA Banque France habe die Mindeststückelung mit 100.000 Euro festgelegt und spreche damit eher institutionelle Investoren an.

Ebenfalls mit dieser Mindeststückelung habe Total Capital International eine 1 Mrd. Euro schwere Anleihe (ISIN XS1693818525 / WKN A19P36) mit einer Laufzeit bis zum 04.10.2029 begeben. Dieser 12-jährige Bond zahle den Investoren jährlich 1,375% Zinsen und sei zu 99,682% begeben worden. Dies sei einem Spread von +30 Bps über Mid Swap gleichgekommen.

Als letzter im Bunde habe der Produzent und Entwickler von Stahl-Lösungen Ovako erfolgreich 310 Mio. Euro am Kapitalmarkt einsammeln können. Das Unternehmen mit Sitz in Stockholm, Schweden, habe den am 05.10.2022 endfälligen Bond (ISIN SE0010413997 / WKN A19PU9) mit einem Kupon in Höhe von 5% ausgestattet, der halbjährlich im April und Oktober ausgezahlt werde. Der Emissionsspread habe sich auf +532 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe belaufen, was einem Emissionspreis von pari entsprochen habe. Ovako habe neben einer Make Whole Option drei optionale Kündigungsrechte in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen. Folglich könne der Emittent die Anleihe am 05.10.2019 zu 102,50%, am 05.10.2020 zu 101,25% und am 05.10.2021 zu 100% kündigen. Auch bei diesem Bond sei die Mindeststückelung auf 100.000 Euro festgeschrieben worden.

Zwar sei inzwischen das Oktoberfest 2017 Historie und die Fahrgeschäfte seien abgebaut worden, aber mancher Investor empfinde weiterhin so, als wäre er noch immer in der Gewalt der rotierenden Arme des "High Energy" und wüsste nicht, wo oben und unten sei. Habe am Donnerstag der vergangenen Woche infolge der Zinsanhebungsfantasie in den USA noch Panik bei den Rentenhändlern auf beiden Seiten des Atlantiks überwogen, so habe sich das Stimmungsbild in den zurückliegenden Handelstagen deutlich aufhellen können. Denn nach dem Durchsacken auf das Tief vom 28. September bei 160,24% sei nicht der Ausverkauf bei Renten, sondern ein Rebound auf 161,82% gefolgt. Jedoch müsse zu einer weiteren Stimmungsverbesserung die psychologische Marke von 162% nachhaltig überwunden werden.

Noch scheine durch unterschiedliche geopolitische Themen am Rentenmarkt "eitler Sonnenschein" zu herrschen, denn viele Investoren würden zwar theoretisch Gewinnmitnahmen bei Aktien für möglich halten, aber das sei sicherlich mit ein Grund, im Umkehrschluss nicht auf fallende Rentenkurse zu setzen. Jedoch erhöhe sich charttechnisch bei einem Abprallen an der 162%-Marke die Gefahr eines kräftigen Rücksetzers bis in einen Bereich von ca. 160%.

Aktuell werde das Rentenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) allerdings noch bei 161,20% gehandelt und profitiere weiterhin von der laxen Geldpolitik der EZB. Aus diesem Grund werden wir uns wohl noch etwas gedulden müssen, bis wir wissen, ob es sich aktuell nur um ein Zwischenhoch oder doch um eine Trendwende beim Euro-Bund-Future handelt, so die Analysten der Baader Bank.

In dieser Handelswoche seien in den USA lediglich Geldmarktpapiere im Gegenwert von 113 Mrd. USD neu emittiert worden. In der kommenden Woche würden zusätzlich Laufzeiten von 52 Wochen sowie drei, zehn und 30 Jahren angeboten.

In der Eurozone hingegen sei zur Wochenmitte die aktuelle 10-jährige Benchmark-Anleihe der Bundesrepublik Deutschland um 3 Mrd. Euro auf insgesamt 17 Mrd. Euro aufgestockt worden. Die Nachfrage habe das angebotene Volumen überstiegen und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,44% erfolgt. Zur Marktpflege seien nominal ca. 580 Mio. Euro zurückbehalten worden. Zeitgleich habe sich Irland mit einer 5-jährigen Anleihe (ISIN IE00BDHDPQ37 / WKN A19QHF) im Volumen von 4 Mrd. Euro refinanziert.

Gestern seien Frankreich und Spanien am Kapitalmarkt aktiv gewesen. Hierbei dürfe man insbesondere gespannt sein, wie die Nachfrage nach den beiden Altemissionen Spaniens (ISIN ES00000126A4 / WKN A1ZJHS, 2024; ISIN ES0000011868 / WKN 197017, 2029) und der neu aufgelegten Anleihe (ISIN ES0000012A97) bis 2022 sein werde. Denn nach der gestrigen Ankündigung der Ratingagentur S&P, die Anleihen der Region infolge der Streitigkeiten zwischen Katalonien und Spaniens Zentralregierung auf eine Liste zur Prüfung für ein niedrigeres Rating zu setzen, sei ein nicht unwichtiger Aspekt neu hinzugekommen. Eine Entscheidung über das Rating dürfte innerhalb von drei Monaten fallen. Zeitgleich begebe auch Frankreich einen neuen Bond bis 2028 (ISIN FR0013286192) und erweitere zwei Altemissionen (ISIN FR0012938116 / WKN A1Z56L, 2025 ; ISIN FR0013257524 / WKN A19HR9, 2048) volumenstechnisch.

Die Frage nach dem oder der kommenden FED-Vorsitzenden habe auch in dieser Handelswoche die Aktivitäten an den Devisenmärkten beherrscht. Habe es zuletzt noch geheißen, dass der "Falke" Kevin Warsh als aussichtsreichster Kandidat gelte, so werde inzwischen mit Jerome Powell ein eher dem Lager der "Tauben" zugeordneter Anwärter auf den Chefposten bei der amerikanischen Notenbank gehandelt. Doch vielleicht werde in den kommenden Tagen - in Anlehnung an den FC Bayern bei seiner Besetzung des Trainerpostens - noch der ein oder andere Anwärter zu diesem illustren Kreis dazu stoßen. Zurzeit scheine lediglich sicher zu sein, dass Janet Yellen keine Chance auf eine weitere Amtszeit habe.

Die unterschiedliche geldpolitische Zuordnung der Kandidaten habe in den vergangenen Tagen - je nach Einschätzung der Marktteilnehmer, zum Grad der Wahrscheinlichkeit einer Benennung - immer wieder zu einer Neubewertung des Greenbacks geführt. Darüber hinaus hätten aber auch andere Themen wie die US-Steuerreform und eine noch in diesem Jahr mögliche Zinsanhebung dem Währungspaar Euro/US-Dollar zu einer Tradingrange zwischen 1,1694 USD und 1,1832 USD verholfen. Am 5. Oktober habe die Gemeinschaftswährung bei ca. 1,1765 USD notiert.

Handelsaktivitäten seien jedoch nicht nur in Fremdwährungsanleihen lautend auf US-Dollar, sondern auch auf Australische Dollar, Russische Rubel und Britische Pfund zu registrieren gewesen.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 05.10.2017) (06.10.2017/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
162,61 € 162,44 € 0,17 € +0,10% 17.10./11:26
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €
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105,13 plus
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100,15 plus
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143,46 plus
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