Korrektur an globalen Staatsanleihemärkten setzt sich fort


11.09.19 09:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - An den globalen Staatsanleihemärkten setzt sich die Korrektur fort, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Vor dem Hintergrund versöhnlicherer Töne bei Handelskonflikt und Brexit herrsche unter den Marktteilnehmern wieder stärkere Nachfrage nach risikoreicheren Vermögenswerten. Folglich seien die Renditen sicherer Häfen wie Staatsanleihen der USA, Deutschlands oder Japans angestiegen. Dies gelte insbesondere für die Eurozone. Dort habe die Rendite 30-jähriger deutscher Staatsanleihen zum ersten Mal seit einem Monat wieder das negative Terrain verlassen.

Die Renditen deutscher Staatsanleihen stünden zuletzt insgesamt unter Druck. Es scheine, dass einige Anleger vor der morgigen EZB-Sitzung Zweifel an der Fähigkeit der Notenbank hegen würden, das erwartete, große Expansivpaket (Zinssenkung und Wiederaufnahme QE) tatsächlich zu verabschieden bzw. glaubwürdig zu kommunizieren. Dieses "Big-Bang"-Szenario werde daher teilweise ausgepreist. In den letzten Wochen seien vermehrt kritische Stimmen aus dem EZB-Rat zu hören gewesen. Auch die Ankündigung des deutschen Finanzministers Scholz ein großes, schuldenfinanziertes Fiskalpaket aufzulegen habe die deutschen Renditen nach oben getrieben. Nach den Niederlanden werde nun auch das zweite große AAA-Land der Eurozone sein Angebot an Staatsanleihen deutlich ausweiten. Dies dürfte die extreme Knappheitssituation in diesem Segment etwas lindern.

Die italienische Risikoprämie bleibe derweil im Abwärtstrend. Die Ernennung von Paolo Gentiloni zum EU-Wirtschaftskommissar (er gehöre der in Rom regierenden PD an) habe die Wahrscheinlichkeit eines eskalierenden Budgetstreit mit Rom reduziert. (11.09.2019/alc/a/a)