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Koreanische Währungshüter fahren geradeaus


15.10.20 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Notenbank in Südkorea hat die Leitzinsen auf ihrer gestrigen Sitzung erwartungsgemäß nicht verändert, so die Analysten von Postbank Research.

Seit der letzten Senkung im Mai stehe der Leitzins damit bei 0,5 Prozent. Das Statement zur Sitzung deute - wie von der Deutschen Bank erwartet - auf eine Fortsetzung des aktuellen geldpolitischen Kurses hin. Die koreanischen Währungshüter würden die Risiken für ihre Prognose eines Bruttoinlandsprodukts von minus 1,3 Prozent für 2020 nun als ausgeglichen einschätzen. Zwar dürfte der durch den Anstieg der Nahrungsmittelpreise verursachte Inflationsdruck im vierten Quartal nachlassen. Die Notenbank scheine dies aber nicht weiter zu beunruhigen, obwohl sie auf absehbare Zeit mit einer Inflation knapp oberhalb der Null-Prozent-Marke rechne, weit entfernt vom Zielwert in Höhe von zwei Prozent. Daher scheine aber auch eine Leitzinserhöhung in Südkorea erst einmal in weiter Ferne zu liegen.

Nach Aussage des Notenbank-Gouverneurs sollten die geldpolitischen Zügel erst dann angezogen werden, wenn sich die heimische Wirtschaft hinreichend erholt habe. Die von den Währungshütern prognostizierte Wachstumsrate von 2,8 Prozent im Jahr 2021 würde das Kriterium einer Erholung laut dem Gouverneur nicht notwendigerweise erfüllen. Trotz fehlender geldpolitischer Impulse könnte sich der aktuelle Aufwertungstrend des Koreanischen Won gegenüber dem Euro noch etwas fortsetzen. (15.10.2020/alc/a/a)