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Konsolidierung im EU-Bankensektor - Spanien geht voran


11.09.20 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Wie letzte Woche berichtet wurde stehen die beiden spanischen Bankinstitute Bankia (Baa2/BBB/BBB-) und Caixabank (Baa1/BBB+/BBB+) in Verhandlungen über eine Fusion, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Im Falle eines erfolgreichen Abschlusses würde das fusionierte Institute eine Bilanzsumme von rund EUR 664 Mrd. aufweisen und damit was den spanischen Bankenmarkt betreffe zur Nummer 1 noch vor den Konkurrenten BBVA und Santander aufsteigen. Letztere würden zwar höhere Bilanzsummen aufweisen, seien aber stark international aufgestellt. Bankia habe noch 2012 mit rund EUR 22 Mrd. vom Staat gerettet werden müssen. Dieser halte über den spanischen Rettungsfond (FROB) derzeit einen Anteil von 61,8% an der Bank, welcher bis 2021 verkauft werden solle. Bei einem reinen Aktiengeschäft im Rahmen der Fusion würde der Anteil des Staates auf rund 14% sinken.

Auf dem Sekundärmarkt hätten die ausstehenden Emissionen der Bankia von dieser Nachrichtenlage profitieren können, während nur wenig Bewegung bei den Anleihen der Caixabank zu verzeichnen gewesen sei. Die europäischen Aufsichtsbehörden hätten in den vergangenen Monaten immer wieder den Wunsch zur Konsolidierung im EU-Bankensektor durchklingen lassen und im Juli 2020 auch dementsprechende Richtlinien in einem "Draft Guide" publiziert. Es bleibe nun abzuwarten, ob die Aufsichtsbehörden den Worten Taten folgen lassen und dementsprechende Deals "unterstützen" würden. (Ausgabe vom 10.09.2020) (11.09.2020/alc/a/a)