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Konjunktur und Geldpolitik im Corona-Modus


07.05.20 11:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zur Eindämmung der COVID19-Pandemie wurden weltweit Kontaktbeschränkungen verfügt, die das Wirtschaftsleben fast zum Erliegen gebracht haben, so die Analysten der Helaba.

Als Reaktion darauf hätten Regierungen schnelle und großzügige Hilfsversprechen abgegeben und insbesondere die Notenbanken würden ihr Möglichstes tun, Staats- und Firmenpleiten zu verhindern. Die Kreditvergabe und die Liquiditätsbedingungen sollten stabilisiert und verbessert werden. So auch in Großbritannien. Dort habe die Bank von England bereits im März zwei Zinssenkungen und die Ausweitung der Anleihekäufe auf ein Volumen von 645 Mrd. GBP beschlossen. Letzteres sei eine Steigerung um annähernd 50% gewesen.

Zudem habe es Erleichterungen in der Liquiditätsbeschaffung des Finanzministeriums ab Anfang April gegeben. Zwar sei ein erneutes Ausweiten der geldpolitischen Stimuli nicht auszuschließen, da auch in Großbritannien Stimmungsindikatoren und wirtschaftliche Aktivitäten eingebrochen seien, deutliche Signale dafür habe es vonseiten der Notenbanker aber nicht gegeben.

Die Corona-Einschränkungen würden weltweit gelockert oder es gebe Pläne, wie zur Normalität zurückgekehrt werden könne. Zwar seien die Maßnahmen von Land zu Land unterschiedlich, entscheidend sei aber, dass die Weltkonjunktur allmählich wieder Fahrt aufnehmen könne. Es werde jedoch noch lange dauern, bis sich die Wirtschaft vollständig erhole. Noch seien die einfließenden Wirtschaftszahlen von außergewöhnlicher Schwäche geprägt. So auch die Auftrags- und Produktionszahlen des Verarbeitenden Gewerbes. Bereits im März seien diese in Deutschland und Frankreich eingebrochen und kräftige Minusraten von bis zu über 10% im Vergleich zum Vormonat seien heute zu erwarten. Im April sei vermutlich noch nicht mit einer Besserung zu rechnen. Dies werde wohl erst im Mai der Fall sein, denn zum Beispiel fahre die Automobilbranche in diesen Tagen weltweit ihre Fertigung wieder hoch.

Mit der schrittweisen Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte und der Gastronomie sollte auch die Nachfrage in vielen anderen Produktgruppen wieder anziehen, sodass weitere Verbesserungen im Juni und Juli möglich erscheinen, so die Analysten der Helaba. Der Tiefe Fall im März und April werde jedoch dazu führen, dass das BIP in der ersten Jahreshälfte sinke und erst ab dem dritten Quartal wieder eine positive Veränderungsrate aufweisen werde. In den USA sei die Lage am Arbeitsmarkt derweil katastrophal. Darauf habe gestern der ADP-Report mit einem Minus von 20,23 Mio. Arbeitsplätzen hingewiesen. Die Geschwindigkeit, mit der die Stellen verloren gehen würden, verlangsame sich zwar, wäre mit den erwarteten 3 Mio.in der letzten Woche aber immer noch extrem hoch. (07.05.2020/alc/a/a)