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Kleiner Lichtblick?


04.05.20 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat in der letzten Woche entschieden, den geldpolitischen Expansionsgrad nicht weiter zu erhöhen, während die Europäische Zentralbank neue Refinanzierungsoperationen (PELTRO) angekündigt und die Bedingungen der TLTROIII nochmals verbessert hat, da die konjunkturellen Datenveröffentlichungen mehr oder weniger als "katastrophal" zu bezeichnen sind, so die Analysten der Helaba.

Die Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks sei in den letzten Wochen im Zeitraffer gelockert worden und sei inzwischen außergewöhnlich expansiv. Sollte die "Überbrückungsfinanzierung" (Kurzarbeitergeld, Beihilfen, Steuerstundungen, Kreditgarantien, etc.) des Staates für die darniederliegenden Branchen gelingen und viele Arbeitsplätze erhalten bleiben, gelänge auch eine schnelle Erholung der Wirtschaftsaktivitäten. Dann stelle sich die Frage, ob die Banken neben den Zentralbanken des Eurosystems ebenfalls bereit seien, ihre Bilanzen auszudehnen. Zum einen betreffe dies die Kreditgewährung in Form von Anleihekäufen und Darlehen an den Staat, zum anderen betreffe es die Kreditgewährung gegenüber dem privaten Sektor (Unternehmen und Haushalte). Beides zusammen könne das Geldmengenwachstum anheizen und mittelfristiges Inflationspotenzial erzeugen.

Die März-Daten zur monetären Entwicklung hätten bereits darauf hingedeutet, wobei der Effekt vermutlich stark auf das kurzfristige Ziehen von Kreditlinien zurückzuführen sei. Es bleibe abzuwarten, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung handele. Mit Blick auf den Datenkalender sei heute wohl davon auszugehen, dass das Gros der Stimmungsindikatoren in Moll bleiben werde. Die vorläufigen Einkaufsmanagerindices (PMIs) des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland, Frankreich und der Eurozone hätten darauf hingewiesen. Die finalen Werte und auch die PMIs in Italien und Spanien würden dies nicht ändern.

In den USA stünden ebenfalls alle Zeichen auf Wirtschaftseinbruch und so sollte ein tiefer Fall der Industrieaufträge im März nicht verwundern. Das weniger beachtete sentix-Investorenbarometer werde heute bereits für den laufenden, neuen Monat bekannt gegeben. Komme es zumindest bei der Erwartungskomponente zu einer weiteren Erholung? Im April habe der Wert für die Konjunkturerwartungen in Deutschland bereits kräftig zulegen können, aber mit -9 Punkten noch immer unterhalb der Wachstumsschwelle gelegen. Angesichts von DAX-Ständen über 10.000 Punkten sollte eine weitere positive Entwicklung nicht ausgeschlossen werden, zumal die Lageeinschätzungen weiter extrem niedrig ausfallen würden und das Gesamtbarometer gedrückt bleiben dürfte. Zumindest ein kleiner Lichtblick am Ende des Corona-Tunnels wäre es aber dennoch. (04.05.2020/alc/a/a)