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Keine Neupositionierung am Rentenmarkt


04.10.17 11:15
Moventum

Luxembourg (www.anleihencheck.de) - Die Aussichten am Rentenmarkt werden sehr kontrovers diskutiert, so die Anlageexperten der Luxemburger Fondsplattform Moventum.

Steigende Zinsen und die Bilanzverkürzung der US-Notenbank würden die EZB unter Druck setzen. Auch das lange Zeit eher untergeordnete Inflationsrisiko rücke in den Fokus. Moventum setze auf kurze Laufzeiten und flexible Rentenstrategien, die auch inflationsgebundene Anleihen gewichten würden.

Kritiker sähen in der Ankündigung der US-Notenbank, ihren Bestand an Staatsanleihen allmählich zu senken, eine Gefahr für die Kapitalmärkte. Carsten Gerlinger, Director Asset Management bei Moventum sei anderer Meinung: "Wir erwarten, dass die FED bei der Bilanzverkürzung sehr behutsam vorgehen wird. Die von der US-Notenbank gehaltenen Anleihen werden nicht einfach auf den Markt geworfen, sondern fällige Papiere werden nicht reinvestiert." Die FED werde zunächst mit einem nicht nennenswerten Volumen beginnen und dieses im Verlauf des kommenden Jahres steigern. Aus Sicht von Moventum könnte im Dezember dann - je nach Entwicklung der US-Konjunktur - eine weitere Erhöhung der US-Leitzinsen erfolgen.

"Für Europa erwarten wir in den nächsten Monaten keine Änderung des geldpolitischen Kurses der Europäischen Zentralbank", so Gerlinger. Gleichwohl werde sich die EZB in den kommenden Wochen zu ihrem Anleihekaufprogramm äußern müssen.

Derweil verharre die Inflation weiter unter der Ziellinie der Notenbanken. Die Augustdaten lägen in Europa mit 1,5 Prozent und in den USA mit 1,9 Prozent nach wie vor auf moderatem Niveau. Trotz positiver Konjunktur und guter Arbeitsmärkte sei der Lohndruck niedrig. Beim Blick in die Zukunft würden sich indes die Geister scheiden. Kurzfristig könnte der aktuelle Wirtschaftsaufschwung die Rohstoffpreise und somit die Inflation beflügeln. Für einen deutlicheren Inflationsanstieg könnten früher oder später die steigenden Löhne in China sorgen, wenn die Auswirkungen auf Europa überschwappen würden.

Moventum gehe nach den jüngsten Renditerückgängen von einem leichten Anstieg der längerfristigen Zinsen aus. "Die Konjunktur läuft gut, die gute Stimmung wird noch bis in das Jahr 2018 hinein anhalten. Auch wenn wir nicht erwarten, dass die Zinsen in Europa nachhaltig steigen - dafür ist die wirtschaftliche Lage in Südeuropa zu fragil - sind aus unserer Sicht leichte Renditeanstiege dennoch möglich. Daher setzen wir auf kurze Durationen in unseren Portfoliostrategien", erkläre Carsten Gerlinger die Strategie Moventums für die kommenden Monate. Fonds mit einer flexiblen Strategie, die beispielsweise auch inflationsgebundene Anleihen gewichten würden, seien jetzt ein Mittel der Wahl, so Gerlinger. (04.10.2017/alc/a/a)