Keine Entwarnung am Rentenmarkt


10.01.22 09:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Inflation und die Reaktionen der Notenbanken darauf sind das dominierende Thema an den Rentenmärkten, so die Analysten der Helaba.

Vor diesem Hintergrund bleibe das Umfeld schwierig, wenngleich zu berücksichtigen sei, dass inzwischen mehr als drei Leitzinserhöhungen der US-Notenbank bis zum Ende dieses Jahres eskomptiert seien. Insofern scheine eine vorübergehende Erholungsphase möglich, nachdem es in den letzten drei Wochen zu deutlichen Renditeanstiegen gekommen sei. Dafür spreche auch, dass heute und morgen keine wichtigen Datenveröffentlichungen auf dem Programm stünden.

Entwarnung könne allerdings noch nicht gegeben werden, vor allem mit Blick auf die technische Verfassung des Bund-Futures (ISIN DE0009652644 / WKN 965264). Mit Unterschreiten aller wichtigen Unterstützungen sei der Weg bis zum Kontrakttief frei, das Ende Oktober bei 169,34 markiert worden sei. Die 10-jährige Bundrendite habe das Hoch vom letzten Jahr bei -0,06% bereits überwunden und nähere sich der 0%-Marke - ein Niveau, das zuletzt vor knapp drei Jahren zu beobachten gewesen sei.

Die Peripheriespreads hätten sich seit Anfang dieses Jahres etwas eingeengt. Allerdings lasse sich bei italienischen Bonds eine gewisse Underperformance erkennen, was nicht nur dem hohen Angebot an neuen BTPs geschuldet sei. Zunehmend Sorgen bereite hier Regierungschef Draghi, dem Ambitionen auf das Amt des Staatspräsidenten nachgesagt würden. Dies könnte die politische Stabilität des Landes gefährden. (10.01.2022/alc/a/a)