Kehrtwende bei den Inflationsraten?


12.05.22 09:30
ThirdYear Capital

München (www.anleihencheck.de) - Die anhaltende Schwäche der Finanzmärkte wird vermehrt von Risiken für die Konjunktur verursacht, die derzeit einer dreifachen Straffung ausgesetzt ist, so die Experten von ThirdYear Capital.

Zum einen laufe bereits das gesamte Jahr die Inflationsbekämpfung wichtiger Zentralbanken, die sich in höheren Zinserwartungen ausdrücke. Nachfrage und Angebot wieder in Einklang zu bringen, werde wegen folgender Entwicklungen noch zusätzlich erschwert: Der Krieg in der Ukraine sorge vor allem in Europa für ein geringeres Angebot an Rohstoffen. Und seit einigen Wochen reduziere auch noch die Covid-Bekämpfung in China die Produktion und Lieferung von Konsumgütern. Falls dieses riskante Szenario über längere Zeit andauere, würde das Rezessionsrisiko deutlich ansteigen. Eine Abschwächung der Konjunktur über alle wichtigen Wirtschaftsregionen hinweg werde bereits von Wachstumsdaten und -indikatoren bestätigt.

Für Hoffnung würden vereinzelt amerikanische Inflationsdaten sorgen. Der von der FED besonders beachtete "Trimmed-Mean", welcher auf eine robuste Schätzung der Kerninflation abziele, habe sich in der monatlichen Berechnung seit Januar bereits mehr als halbiert und stehe derzeit bei 3,1 Prozent. Auch der Verbraucherpreisindex bestätige einen möglichen Wendepunkt, vor allem bei einer Betrachtung der diskretionären Konsumgüterpreise. Eine weitere Verbesserung von diesem Niveau würde den Bedarf an fortgesetzter geldpolitischer Straffung reduzieren. Im zweiten Halbjahr bestehe deshalb die Chance auf verbesserte Marktrenditen. Dies gelte über die meisten Anlageklassen hinweg. (12.05.2022/alc/a/a)




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