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Kann die FED die Märkte schocken?


03.11.21 11:33
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Wirtschaft hat den Pandemie-Einbruch mit großen Schritten hinter sich gelassen, so die Experten von XTB.

Die Inlandsnachfrage sei viel höher als vor der Pandemie, die Inflation liege bei über 5%, und die Beschäftigung habe sich zwar noch nicht vollständig erholt, aber das liege hauptsächlich daran, dass die Unternehmen keine neuen Mitarbeiter finden würden. Und dennoch setze die FED ihre krisenhafte Politik der Nullzinsen und massiven Anleihenkäufe fort. Nach monatelangem Zögern werde der Ausschuss wohl ein "Tapering" ankündigen, bei dem er die Anleihekäufe schrittweise jeden Monat reduziere, wahrscheinlich bis Mitte 2022.

Worauf würden die Anleger achten?

Für die Anleger sei das "Tapering" selbst kein "Game-Changer" mehr. Da sich die Inflation als weit weniger vorübergehend erweise als von der FED angenommen, liege der Schwerpunkt auf den Zinsen. Die Anleger würden auf zwei bis drei Zinserhöhungen im Jahr 2022 spekulieren, was in krassem Gegensatz zu den jüngsten Äußerungen von FED-Chef Jerome Powell stehe, der keine Zinserhöhungen vor 2023 vorgeschlagen habe. Man könnte also auf drei Szenarien hinweisen:

Dovische FED: QE-Reduzierung um 15 Milliarden Dollar pro Monat und Beibehaltung, dass die Zinsen 2022 nicht steigen würden

Neutrale FED: QE-Reduzierung um 15 Milliarden Dollar pro Monat und Offenlassen der Zinsentscheidung

Hawkische FED: QE-Reduzierung um mehr als 15 Milliarden Dollar pro Monat und/oder klare Andeutung einer Zinserhöhung im Jahr 2022

Wie könnten die Märkte reagieren?

Das EUR/USD-Paar habe sich an der Unterstützungszone von 1,15 bis 1,16 festgesetzt, und es sei klar, dass die FED den Auslöser für eine größere Bewegung liefern könnte. Die Unfähigkeit, sich in letzter Zeit nach unten zu bewegen, und eine dovische Haltung der FED könnten eine perfekte Mischung für einen starken Aufschwung bilden, während eine hawkische Haltung der FED Argumente für einen entscheidenden Durchbruch unter 1,15 liefern könnte.

Die Goldpreise würden sich in einer Konsolidierungsphase befinden, und dafür gebe es gute Gründe. Einerseits sollte eine höhere Inflation den Goldpreis beflügeln, andererseits habe sich eine straffere Geldpolitik in der Vergangenheit als negativ erwiesen. Dies unterstreiche nur, wie wichtig die Entscheidung des FOMC sein werde. Eine hawkische FED bedeute Inflationsbekämpfung und könnte sich zumindest kurzfristig negativ auf Gold auswirken. Eine "dovische FED" bedeute, dass die Inflation toleriert werde, und könnte die Initialzündung für einen Bullenmarkt sein. Die erste wichtige Unterstützung liege bei 1.720 Dollar, während der entscheidende Widerstand bei 1.835 Dollar zu finden sei.

Der technologielastige US100 dürfte am empfindlichsten auf die Entscheidung der FED reagieren. Im Chart sei eine ausgedehnte "b"-Welle einer möglicherweise laufenden "abc"-Korrektur zu erkennen. Eine hawkische FED könnte in dieses Szenario passen und eine Korrekturwelle "c" auslösen. Natürlich wäre eine "dovische FED" das beste Szenario für Aktien und insbesondere für den US100. (03.11.2021/alc/a/a)