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Kanada ist mitten im Tapering


07.10.21 10:15
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die Bank of Canada (BoC) hat als eine der ersten Zentralbanken begonnen, im April ihre Anleihekäufe zu tapern, und reduzierte das wöchentliche Ankaufsvolumen im Juli neuerlich auf aktuell 2 Mrd. CAN-Dollar pro Woche, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Da das Wachstum im zweiten Quartal mit - 0,30% gegenüber dem Vorquartal negativ überrascht habe - Gründe seien der Chipmangel und die Lieferkettenprobleme gewesen - sei in der Septembersitzung der BoC vorerst keine weitere Reduktion beschlossen worden. Die Wachstumsaussichten für das 3. und 4. Quartal würden hingegen nach wie vor recht robust erwartet.

Auch die Inflation stehe mit 4,10% im August unerfreulich hoch und dürfte primär dem hohen Ölpreis geschuldet sein. Die BoC gehe allerdings davon aus, dass sich die Inflation mittelfristig wieder um 2,00% einpendeln sollte. Die Verwerfungen am kanadischen Arbeitsmarkt nach der Pandemie scheinen langsam kleiner zu werden, so Oberbank. Sobald es erste Anzeichen auf steigende Löhne gebe, könnte das ein Signal für die Bank of Canada sein, eventuell schon im ersten Halbjahr 2022 den Leitzins, der aktuell bei 0,25% stehe, anzuheben. EUR/CAD (Kanadischer Dollar) könnte sich dann wieder in Regionen der "Vorcoronazeiten" mit Kursniveaus zwischen 1,4250 und 1,4500 vortasten. (07.10.2021/alc/a/a)