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Japanische Aktien wieder interessanter, Geldpolitik sorgt für Volatilität


07.08.17 12:00
Swisscanto Invest

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Wachstumskraft lässt aus globaler Sicht etwas nach, so die Experten von Swisscanto Invest.

Trotzdem würden die konjunkturellen Frühindikatoren positiv überraschen und immer noch eine hohe wirtschaftliche Aktivität zeigen. In Europa laufe die Konjunktur weiterhin rund. Der Gegenwind werde jedoch durch den wieder erstarkten Euro zunehmen. In den USA spreche die zurückhaltende Investitionstätigkeit gegen eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. China habe mit einem soliden BIP-Wachstum positiv überrascht. Im zweiten Halbjahr sei von einer leichten Abschwächung der Wachstumsdynamik auszugehen. Die Inflationsraten lägen weiterhin unter den Zielwerten der Zentralbanken. Obwohl der Druck zu einer zügigen geldpolitischen Wende noch gering sei, würden die Zentralbanken die Märkte mit ihrer Kommunikation auf Anpassungen der Geldpolitik vorbereiten.

Die fortwährend expansive Geldpolitik der Zentralbanken in Kombination mit niedrigen Inflationsraten würden weiterhin für einen Auftrieb an den Aktienmärkten sprechen. Bei Kommunikationsanpassungen der Zentralbanken zur geldpolitischen Wende dürfte die Schwankungsbreite der Kurse ansteigen.

Durch die intakten Gewinnaussichten der Unternehmen seien Aktien immer noch attraktiv. Der japanische Aktienmarkt gewinne wegen der fortgesetzt ultraexpansiven Geldpolitik wieder an Anziehungskraft relativ zu anderen Märkten. Aufgrund der guten Konjunkturlage in Kanada und der restriktiveren Geldpolitik der Zentralbank dürfte die Währungsstärke des CAD anhalten. Kanadische Bonds seien attraktiver geworden.

Die globale Konjunktur entwickle sich derart robust, dass neben der US-Notenbank FED mittlerweile auch andere Zentralbanken damit begonnen hätten, die geldpolitische Wende vorzubereiten oder umzusetzen. In solchen Phasen würden die Kurse der einzelnen Anlageklassen für gewöhnlich mit erhöhten Schwankungen reagieren. Wenn sich die Konjunktur, wie zumeist der Fall, als widerstandsfähig erweise, würden die eher risikobehafteten Anlageklassen ihren aufwärtsgerichteten Trend bei den Kursen fortsetzen. Insofern spreche das globale Umfeld weiterhin für Aktien.

Während sich in der Eurozone und Großbritannien zunächst "nur" die Kommunikation der Zentralbanken geändert habe, hätten die Währungshüter Kanadas mit einer Zinsanhebung bereits Fakten geschaffen. Dies habe zu einer kräftigen Aufwertung des CAD geführt. Angesichts der Konjunkturdynamik würden die Experten in Kanada noch einen weiteren Zinsschritt erwarten, sodass sich die Währungsstärke fortsetzen dürfte. Kanadische Bonds hätten dadurch an Attraktivität gewonnen.

Die Bank of Japan sei aktuell die einzige international bedeutende Notenbank, die in Wort und Tat an ihrer ultraexpansiven Geldpolitik festhalte. Das dürfte den JPY schwächen und den Exportunternehmen Nippons neuen Schwung verleihen, der sich auch am Aktienmarkt widerspiegeln sollte. Dagegen bekämen die Exporteure der Eurozone durch den stärkeren Euro etwas mehr Gegenwind. Die insgesamt überraschend gute Konjunkturentwicklung in der Währungsgemeinschaft lasse aber weiterhin überdurchschnittliche Kurssteigerungen erwarten.

Aufgrund der allgemeinen geldpolitischen Wende, die weltweit steigende Renditen bei den Staatsanleihen erwarten lasse, und der gesunkenen politischen Risiken würden die Experten weiterhin sinkende Goldpreise erwarten. Die Preise der Energierohstoffe sowie der Industriemetalle sollten dagegen vom weltweiten Konjunkturaufschwung gestützt werden. (Ausgabe August 2017) (07.08.2017/alc/a/a)