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Japan: Geldpolitik wird ausgesprochen expansiv bleiben


11.09.20 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Ende August angekündigte Rücktritt des japanischen Ministerpräsidenten Abe warf die Frage auf, ob dessen als "Abenomics" bezeichnete Wirtschaftspolitik von seinem Nachfolger adaptiert und fortgesetzt wird, so die Analysten von Postbank Research.

Mit der sich abzeichnenden Ernennung des Regierungssprechers Suga sei zu vermuten, dass dies definitiv der Fall sein werde.

Die jüngsten japanischen Konjunkturdaten würden weiter eine zähe Erholung von der Corona-Pandemie befürchten lassen. Die Einzelhandelsumsätze seien im Juni um 3,3 Prozent zum Vormonat gesunken und hätten unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. In der Industrie sei der Ausstoß recht deutlich im Vormonatsvergleich (+8,0 Prozent) gestiegen, was die Vorjahresrate aber lediglich von minus 18,2 auf minus 16,1 Prozent angehoben habe.

Im August hätten die Einkaufsmanagerindices für Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungssektor mit 47,2 bzw. 45,0 Punkten noch unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten gelegen. Das BIP sei im zweiten Quartal nach der ersten Schätzung um 7,8 Prozent zum Vorquartal eingebrochen.

Die Symbiose zwischen den immensen Fiskalmaßnahmen der Regierung und dem ultraexpansiven geldpolitischen Kurs der Bank of Japan dürfte bis auf Weiteres intakt bleiben.

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bewege sich seit Ende Mai in der engen Spanne zwischen 0,00 und 0,05 Prozent (0,04 Prozent; Stand: 08.09.2020) und könnte auf 0,10 Prozent in sechs Monaten steigen. (Ausgabe Zinsbulletin September 2020) (11.09.2020/alc/a/a)