Jahreswechsel an Finanzmärkten: Bundesanleihen nahezu unverändert - US-Bondrenditen leicht gesunken


02.01.18 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Jahreswechsel verlief an den internationalen Finanzmärkten recht unspektakulär, berichten die Analysten der Helaba.

Letzte Konjunkturmeldungen hätten nicht wirklich überrascht. Die EU-Geldmenge M3 sei im November wie erwartet um 4,9% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Deutsche Verbraucherpreise (0,6%/1,7%) würden dagegen kaum zunehmenden Inflationsdruck signalisieren.

Während der DAX die Marke von 13.000 Punkten nicht habe halten können, seien die Zinsen zum Jahresende leicht gestiegen. Bundesanleihen hätten sich nach sehr verhaltenem Handel nahezu unverändert aus dem alten Jahr verabschiedet. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 84 BP ausgeweitet. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,77%) und Belgien (0,62%) hätten auf Bunds knapp einen BP verloren.

Anleihen der EU-Peripherie hätten allerdings gegen ihre Pendants aus den Kernländern deutlich an Boden verloren. Politische Unsicherheiten und Gewinnmitnahmen hätten die Kurse am letzten Handelstag des Jahres gedrückt. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,92%), portugiesischer (1,74%) und spanischer Bonds (1,46%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 5,5, 6 bzw. 4 BP ausgeweitet.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen langer und ultralanger Fälligkeiten zum Jahreswechsel nochmals leicht gesunken. Das kurze Laufzeitsegment spiegele dagegen die Zinserwartungen für 2018 recht realistisch wider. Der unerwartet deutliche Anstieg des Chicago-PMI (67,6 nach 63,9) erhöhe die Erwartungshaltung für den ISM-Einkaufsmanagerindex am Mittwoch. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich deutlich auf 53 BP ermäßigt. Aus Fernost würden US-Treasuries wegen des Feiertages in Japan keine Vorgaben liefern. Die übrigen asiatischen Aktienbörsen würden überwiegend freundlich ins neue Jahr starten. Der Caixin Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe Chinas sei stärker als erwartet auf 51,5 Punkte gestiegen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (161,78) habe eine Stelle verloren, Bobl (131,61) und Schatz (111,98) seien unverändert bzw. 2,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe habe bei 0,42% verharrt, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weite sich auf 105 BP aus. 10-jährige US-Treasuries würden bei 2,405% rentieren. Der Euro klettere auf 1,202 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 60,7 US-Dollar.

Der Datenkalender werde zunächst vom Stimmungsbild bei den Einkaufsmanagern rund um den Globus dominiert. Zum Auftakt würden Spanien (56,5) und Italien (58,5) ihre Daten aus dem Verarbeitenden Gewerbe liefern, die sich zum Gesamteindruck für die Eurozone (60,6) zusammenfügen würden. Vergleichszahlen aus Großbritannien (57,7 nach 58,2), dürften die zunehmenden Belastungen aus den Brexit-Diskussionen unterstreichen. Im Wochenverlauf seien dann die Dienstleister am Zug.

Zum Wochenschluss richte sich die Aufmerksamkeit zunächst auf vorläufige Verbraucherpreise aus Frankreich (0,3%/1,2%) und Italien, die sich in der Inflationsprognose für die Eurozone (1,5%; Kernrate (1%) wiederfänden.

Danach gehe der Blick über den großen Teich, wo mit dem US-Arbeitsmarktbericht das Highlight der Woche warte. Unverändert stünden die durchschnittlichen Stundenlöhne (0,3%/2,5%) als Gradmesser für eine anziehende Inflation im Fokus. Die Zahl der offenen Stellen (188K) und Arbeitslosenquote (4,1%) würden ohnehin schon seit geraumer Zeit von Vollbeschäftigung zeugen.

Am Primärmarkt stocke Frankreich am Donnerstag 10-, 15- und 30-jährige OATs um bis zu 8 Mrd. Euro auf. Spanien versteigere 5-, 10- und 28-jährige Bonos sowie 12-jährige Linker. Tilgungen und Kuponzahlungen in Höhe von 27,4 Mrd. Euro sollten die Platzierung erleichtern. (02.01.2018/alc/a/a)