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Italienische Staatsanleihen geben über gesamtes Laufzeitenspektrum nach


12.05.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Laut gestriger Datenveröffentlichung ist die italienische Industrieproduktion im März mit 28,4% im Monatsvergleich noch stärker eingebrochen als erwartet - obwohl alle nicht wesentlichen industriellen Aktivitäten erst ab dem 23. März geschlossen werden mussten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Das bedeute, dass auch im April von einem ähnlich starken Rückgang ausgegangen werden müsse. Die Daten für die gesamteuropäische Industrieproduktion würden erst morgen veröffentlicht.

In den USA stehe heute lediglich die US-Inflation am Datenkalender. Die Jahressteigerung der Headline Rate dürfte voraussichtlich auch im April aufgrund fallender Energiepreise niedriger ausgefallen sein. Aber auch die Kernrate könnte im April einen deutlicheren Rückgang aufweisen. Bereits im März sei die Preisentwicklung der Subkomponenten Güter und Transportdienstleistungen rückläufig gewesen.

Am Markt stelle sich wieder eine größere Vorsicht ein. Der Anstieg der Fallzahlen in Deutschland, Südkorea und China und somit die Sorge um eine zweite Corona-Welle lasse den USD, Treasuries und Bunds steigen. Italienische Staatsanleihen hätten über das gesamte Laufzeitenspektrum verloren, obwohl nach EZB-Präsidentin Lagarde nun auch EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel in einem gestrigen Zeitungsinterview zum Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts deutlich gemacht habe, dass nur der Europäische Gerichtshof für die EZB zuständig sei und diese daher die Wertpapierkäufe entsprechend ihrem Mandat fortsetzen werde.

Am Emissionskalender stehe heute die Auktion der neuen 7-jährigen deutschen Staatsanleihe im Fokus, die mit einem Kupon von 0% ausgestattet sei und EUR 4 Mrd. in die Kassen spülen solle. (12.05.2020/alc/a/a)