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Italien: Kein längerfristiger Anstieg der italienischen Risikoprämie erwartet


02.03.18 15:02
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Im Zusammenhang mit den italienischen Parlamentswahlen am 4. März erwarten die Analysten der Raiffeisen Bank International AG allenfalls kurzfristige Volatilität (für den Fall dass die Lega Nord innerhalb des Mitte rechts Bündnisses den ersten Platz belegen sollte), jedoch keinen längerfristigen und/oder markanteren Anstieg der italienischen Risikoprämie (10J, ggü. Deutschland).

So hätten sich die relevanten Parteien de facto von EU/ Euro Austrittsbestrebungen verabschiedet bzw. würden diese wie die Lega Nord (LN) lediglich aus taktischen Gründen weiterhin hochhalten. Während das Mitte rechts Bündnis unter anderem bestehend aus Berlusconis Forza Italia (FI) sowie der Lega Nord laut Umfragen einer Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments am nächsten komme, dürfte die notwendige Anzahl an Sitzen nichtsdestotrotz (knapp) verfehlt werden.

Mindestens genauso wahrscheinlich sei daher eine längere Hängepartie, an deren Ende eine die bisherigen Parteienbündnisse (Mitte links, Mitte rechts) übergreifende Koalition (wahrscheinlich Renzis PD und Berlusconis FI) stehen dürfte. Allerdings gelte: Gleich wie die nächste Regierung aussehen werde, Bestrebungen zur Änderung der wirtschafts- und fiskalpolitischen Ausrichtung der Eurozone (z.B. weitere Aufweichung der Fiskalregeln) sowie eine nochmals expansivere Fiskalpolitik auf nationaler Ebene dürften für jede neue Regierung ganz oben auf der Agenda stehen. Fortschritte im Hinblick auf dringend notwendige Strukturreformen seien hingegen nicht zu erwarten, was Italien angesichts eines sehr niedrigen Potenzialwachstums sowie der hohen Staatsverschuldung langfristig vor Herausforderungen stelle. (02.03.2018/alc/a/a)