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Ist die Zinserwartung in den USA gerechtfertigt?


05.11.21 10:15
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die US-Zinssitzung in dieser Woche hat wenig Klarheit über den weiteren Weg gebracht, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Allerdings würden Devisenhändler derzeit der Überzeugung treu bleiben, dass nächstes Jahr nicht nur die US-Anleihenkäufe auslaufen würden, sondern vielmehr auch eine erste Zinserhöhung folgen sollte. Tatsächlich dürfte die Mehrheit der Marktteilnehmer derzeit von einer US-Zinserhöhung im 2. Halbjahr 2022 ausgehen - so lasse sich das zumindest von den Zinskurven im USD ableiten (Bloomberg).

Die Frage sei jetzt vielmehr, wie umfangreich diese Normalisierung in 2022 vonstatten gehen werde. Ein Blick auf die Inflationserwartungen am Anleihenmarkt (= Renditen inflationsgesicherter Anleihen) lege derzeit nahe, dass diese in den USA 1) höher seien als in der Eurozone und 2) sich bereits (marginal) über den Hochphasen von 2011-2013 befinden würden. Zumindest aus diesem Blickwinkel würde einiges dafür sprechen, dass die US-Zinserwartungen nicht zu hoch gegriffen seien und die US-Dollar-Stärke (auch durch eine zurückhaltende EZB) anhalten könnte. Die aktuelle Handelsbreite bei EUR/USD betrage 1,1520 bis 1,1630. (05.11.2021/alc/a/a)