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Ist die EZB wirklich noch flexibel?


13.07.18 11:47
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das Protokoll der EZB-Ratssitzung vom 14. Juni offenbarte, dass die Notenbank bestrebt war, einen guten Ausgleich zwischen der Kommunikation mit den Finanzmarktteilnehmern bezüglich der künftigen Geldpolitik (Stichwort: "forward guidance") und einer ausreichend hohen Flexibilität herzustellen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Mit Blick auf das im Juni veröffentlichte Statement überwiege in den Augen der Analysten allerdings klar die "forward guidance". So hätten sich die Währungshüter festgelegt, unter den gegebenen Rahmenbedingungen von Leitzinsanpassungen bis mindestens zum Ende des Sommers 2019 abzusehen. Damit sei nicht nur auf der EZB-Sitzung Ende Juli mit keiner neuerlichen Weichenstellung zu rechnen, sondern auch auf den darauf folgenden Sitzungen. Die Analysten würden mit einer ersten Erhöhung des Einlagensatzes um 15 BP auf -0,25% erst im Oktober 2019 rechnen.

Es müsste zu einer deutlichen Änderung des volkswirtschaftlichen Umfeldes kommen, um die EZB dazu zu bewegen, vorzeitig die Leitzinsen zu erhöhen. Dies limitiere derzeit das Aufwärtspotenzial für den Euro aber auch für die Renditen von Bundesanleihen. (13.07.2018/alc/a/a)