Investmentidee: Vontobel-Anleihe auf Ballard Power Systems, Lufthansa und Porsche - Klimaneutralität - Anleihenanalyse


11.01.22 14:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Ballard Power Systems (ISIN CA0585861085 / WKN A0RENB), Lufthansa und Porsche eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Klimaneutralität - kaum ein anderes Thema beherrsche die Diskussionen in den Führungsetagen der Unternehmen stärker. Viele Unternehmen hätten mittlerweile Wege gefunden, um das Ziel zumindest theoretisch erreichen zu können. Die Stahlbranche etwa plane, die Hochöfen künftig mit grünem Wasserstoff zu befeuern und viele Automobilproduzenten würden sich auf die E-Mobilität fokussieren.

Viele Automobilbauer hätten sich bereits zu einer reinen Elektroautostrategie bekannt oder würden zusätzlich an Brennstoffzellen arbeiten, welche mit Wasserstoff betrieben würden. So hätten AUDI und VW den geplanten Verkaufsstopp von Verbrennungsmotoren bis zum Jahre 2033 bekannt gegeben. Daimler wolle sich von den letzten Verbrenner sogar bis 2030 verabschieden. Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche konzentriere sich jedoch neben der Elektromobilität zusätzlich noch auf sogenannte E-Fuels.

Damit ein Verbrennungsmotor betrieben werden könne, brauche dieser Motorenbenzin. Dieses Benzin bestehe aus einem komplexen Gemisch von über 100 verschiedenen Kohlenwasserstoffverbindungen, welche aktuell mehrheitlich aus fossilem Erdöl gewonnen würden. Zusätzlich habe es bislang noch die Biokraftstoffe wie beispielsweise Biodiesel gegeben. Um Biokraftstoffe herzustellen, bedürfe es jedoch meist pflanzlicher Ausgangsstoffe wie Zucker oder Öl, welche aus ökologischer Landwirtschaft stammen würden.

Unter E-Fuels verstehe man hingegen rein synthetisch hergestellte Kraftstoffe. Um diese produzieren zu können, bedürfe es Ausgangsstoffen wie Wasserstoff und Kohlenstoff sowie dem Einsatz von Energie. Der Wasserstoff könne hierfür beispielsweise durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. In diesem Verfahren hätten sich Unternehmen wie Ballard Power Systems bereits am Markt etablieren können. Der Kohlenstoff hingegen müsse aus CO2 oder anderen nachhaltigen Kohlenstoffquellen gewonnen werden. Vereinfacht dargestellt, könnten nun aus dem gewonnenen Wasserstoff und Kohlenstoff durch Beigabe von Energie Kohlenwasserstoffketten hergestellt werden.

Laut dem Koalitionsvertrag sollten ab dem Jahre 2035 in Deutschland neben Elektroautos nur noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zugelassen werden, welche nachweislich mit E-Fuels betankt werden könnten.

Der Sportwagenbauer Porsche setze große Hoffnung auf das künstliche Benzin. So sei es dem Autobauer laut dem "Handelsblatt" wichtig, seine Sportwagen-Ikone, den Porsche 911, zukünftig erhalten zu können. Zusätzlich gebe es aktuell rund 1,3 Milliarden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf der Welt. Bis diese Flotte durch reine Elektroautos ersetzt sei, würden noch viele Jahre vergehen, wie Barbara Frenkel, Einkaufschefin von Porsche, betone. Durch den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen sei es jedoch möglich, den CO2-Ausstoß des aktuellen Fahrzeugbestands sofort stark zu reduzieren. Auch sei so die Möglichkeit in der Zukunft gegeben, historische Autos weiterhin zu bewegen.

Aus diesem Grund habe das Traditionsunternehmen rund 20 Millionen Euro in eine Pilotanlage in Chile investiert, welche nächstes Jahr den Betrieb aufnehmen werde. Der Strom für den Wasserstoff und den Kraftstoff komme dabei von einem großen Windpark. Barbara Frenkel rechne bereits in dieser ersten Phase des Projekts mit der Gewinnung von rund 130.000 Liter E-Fuel pro Jahr, welche vorerst hauptsächlich im Rennsport zum Einsatz kommen sollten. Für den weiteren Ausbau der Pilotanlage seien laut Porsche Investitionen von einer halben Milliarde Euro möglich, diese würden auch bis zu 300 neue Windräder für die Stromgewinnung beinhalten.

Neben der Rettung des Porsche 911 und dem Betrieb von 1,3 Milliarden Autos mit Verbrennungsmotor gebe es noch ein weiteres Einsatzfeld von E-Fuels. Falls die EU am Ende E-Fuels als CO2-freie Alternative für den Autoverkehr nicht akzeptiere, gäbe es eine hohe Nachfrage in der Luftfahrt und im Schiffsverkehr.

Aktuell würden Flugzeugbauer wie Airbus und Boeing mit Hochdruck an Jets mit Wasserstoffantrieb arbeiten, jedoch seien noch viele technische Probleme zu lösen. Analysten würden davon ausgehen, dass es noch Jahrzehnte dauere, bis Wasserstoffjets in Serie gehen könnten. Auch eine Elektrifizierung der Jets mit Batterien sei aktuell noch nicht sinnvoll. So sei das Gewicht der aktuellen Batterien-Generation noch zu hoch und weise eine zu geringe Leistungsdichte auf, um sie in der Luftfahrt einzusetzen. Eine Situation, die mit den Klimazielen vieler Fluggesellschaften kollidiere. Beispielsweise wolle die Deutsche Lufthansa bis zum Jahr 2030 ihren CO2-Ausstoß halbieren und bis 2050 sogar komplett klimaneutral werden.

Damit stecke die Lufthansa in einem Dilemma. Zwar betone deren Konzernchef, dass er beim Anblick der neuen Jets ins Schwärmen komme, jedoch die Möglichkeit nicht gegeben sehe, in absehbarer Zeit Flugzeuge mit CO2-neutralem Antrieb zu kaufen.

Dies stelle ein großes Problem dar, welches gelöst werden müsse. Aktuell könne die Flugbranche noch argumentieren, dass sie lediglich für drei Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sei. Falls andere Branchen jedoch ihren Ausstoß erfolgreich senken könnten, werde dieser Wert zunehmend ansteigen. Entsprechend wachse auch der Druck der Investoren täglich. Zunehmend würden Anleger bei ihren Investitionen auf sogenannte ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) achten. So gehe Peter Smeets, Gründer und CEO des auf Flugzeugfinanzierung spezialisierten Unternehmens 260 Aircraft Finance GmbH, davon aus, dass die Industrie ein echtes Problem bekommen könnte, wenn diese Kriterien nicht eingehalten werden könnten.

Aus diesem Grund setze die Lufthansa auf drei Punkte. Neben neuen, sparsameren Jets und CO2-Kompensationen wolle die Airline zunehmend synthetische Kraftstoffe zum Einsatz bringen. Zusammen mit der Nonprofit-Organisation Atmosfair und dem Energieversorger EWE habe die Lufthansa seit dem Oktober vergangenen Jahres eine Pilotanlage für die Produktion von synthetischen Kraftstoffen aufgebaut. Der Vorteil dabei sei, dass die bestehende Infrastruktur an den Flughäfen nicht umgebaut werden müsse und auch die meisten Triebwerke den Kerosinersatz vertragen würden. Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, betone dabei, man sei noch in elf andere Projekte für synthetische Treibstoffe investiere. Für die nächsten drei Jahre plane man, zusätzliche 250 Millionen Dollar zu investieren.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf Ballard Power Systems, Lufthansa und Porsche. Der Kupon sei auf 18,50% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 16.12.2022, fällig sei die Anleihe am 23.12.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 24.01.2022. (Stand: 11.01.2022, 09:00)

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten-/Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (11.01.2022/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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