Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihen auf Munich Re - Milliardenverlust aufgrund von Hurrikanserie - Anleihenanalyse


10.11.17 10:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Munich Re eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Der weltweit größte Rückversicherer, die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, habe am Donnerstag mitgeteilt, dass per Ende September ein Verlust von 1,4 Milliarden zu Buche stehe. Im dritten Quartal des vergangen Jahres habe der Konzern noch einen Gewinn von rund 680 Millionen Euro ausgewiesen. Verantwortlich für die massive Belastung im Geschäftsergebnis seien die drei Hurrikans "Harvey", "Irma" und "Maria", die binnen weniger Tage über die Karibik, den Golf von Mexiko und den Süden der USA hinweggezogen seien und für enorme Verwüstungen gesorgt hätten. Die Belastungen durch die drei Stürme hätten sich auf etwa 2,7 Milliarden Euro belaufen.

Konzernchef Joachim Wenning und Finanzvorstand Jörg Schneider würden trotz der Verluste positiv in die Zukunft blicken. In einer Meldung hätten sie mitgeteilt: "Unter der Annahme eines erwartungsgemäßen Geschäftsverlaufs im vierten Quartal rechnen wir dennoch mit einem kleinen Jahresgewinn für 2017". Für die ersten neun Monate des Jahres 2017 sei ein kumulierter Verlust von rund 146 Millionen Euro aufgelaufen. 2016 sei der Konzern im selben Zeitraum auf ein Ergebnis von etwa 2,3 Milliarden Euro gekommen.

Rückversicherungsunternehmen würden dann aktiv, wenn Erstversicherungsunternehmen große Risiken nicht mehr tragen könnten, beziehungsweise möchten. Durch die Übertragung von Risiken habe der Erstversicherer die Möglichkeit, sein versicherungstechnisches Risiko zu minimieren. Da es bei der Übertragung meist um sehr hohe Summen gehe, könne es dazu führen, dass die Bilanzen der Rückversicherer im Schadenfall stark belastet würden.

Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren würden diese Situation für die Rückversicherungsunternehmen nicht gerade einfacher machen. Die Munich Re erwarte für die Hurrikansaison im Herbst eine Belastung von etwa 100 Milliarden US-Dollar für die ganze Branche. Die vollständigen Ergebnisse würden sich allerdings erst in den kommenden Monaten abschätzen lassen, da die Schadenabwicklung in vielen Fällen noch andauere.

Das Tochterunternehmen Ergo habe indes einen kleinen Gewinn zum Quartalsergebnis beisteuern können. Das Ergebnis habe sich hierbei auf rund 29 Millionen Euro belaufen. Die Mutter rechne damit, dass die Ergo im Gesamtjahr 2017 auf ein Ergebnis von etwa 200 bis 250 Millionen Euro kommen könnte.

Die Munich Re-Aktie werde aktuell bei EUR 197,80 (09.11.2017) gehandelt. Das Jahrestief habe bei EUR 165,86 gelegen (31.01.2017). Bloomberg Analysten würden aktuell ein Zwölf-Monats-Kursziel auf EUR 189,59 setzen. Bei Bloomberg würden zwölf Analysten die Aktie auf "kaufen", 16 auf "halten" und sechs auf "verkaufen" setzen.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 6,55% Aktienanleihe auf Munich Re. Der Basispreis betrage 185,00 Euro, die maximale Rendite 7,8054% und der aktuelle Briefkurs 102,51%. Die Laufzeit ende am 21.12.2018. (Stand: 09.11.2017)

Interessant sei auch die Aktienanleihe (ISIN DE000VL42N88 / WKN VL42N8) auf die Munich Re-Aktie, die mit einem Kupon in Höhe von 7,50% ausgestattet worden sei. Der Basispreis liege bei 190,00 Euro. Die maximale Rendite belaufe sich auf 8,9375% und der aktuelle Briefkurs auf 102,68%. Die Laufzeit ende am 21.12.2018. (Stand: 09.11.2017)

Potenzielle Anleger sollten beachten, dass es sich bei sämtlichen Renditeangaben um Bruttoangaben handle. Sofern beim Anleger Erwerbsnebenkosten (z.B. Transaktionsgebühren) bzw. Erwerbsfolgekosten (z.B. Depotgebühren) anfallen würden, würden diese die spätere Nettorendite reduzieren. Wie stark die Erwerbsneben- bzw. Erwerbsfolgekosten ins Gewicht fallen würden, hänge u.a. von der Höhe des Anlagebetrags, der Haltedauer und der Höhe der Rendite ab.

Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses des oben genannten Unternehmens von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig sei, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Die Aktie könne sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. Zudem seien vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Anleger seien dem Risiko der Insolvenz, das heiße einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 09.11.2017) (10.11.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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