Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Unilever - Geeint in die Zukunft! Anleiheanalyse


01.10.20 08:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Unilever eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die niederländische Margarine Union und die britische Firma Lever Brothers hätten vor rund 90 Jahren ihre Geschäfte unter dem Namen Unilever geschlossen. Seit diesem Zusammenschluss stelle der Konsumgüter-Konzern eine Besonderheit dar: Bis heute sei Unilever ein geteilter Konzern mit zwei Zentralen. Diese Teile sollten nun vereint werden.

Um den Konzern organisatorisch an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts auszurichten, habe man seitens der Führungen in Rotterdam und London entschieden, die zwei Teilkonzerne zusammenzuführen. Am vergangenen Montag hätten die Aktionäre des niederländischen Teils endgültig für die Zusammenlegung gestimmt. Bevor der Zusammenschluss finalisiert werden könne, stehe noch die Entscheidung der britischen Anteilseigner aus. Diese werde Mitte Oktober erwartet.

Im Vorfeld der Entscheidung sei unternehmensintern vor allem über den Standort des fortan aus einer Zentrale heraus geführten Unternehmens diskutiert worden. Entgegen ursprünglicher Pläne, das Unternehmen aus Rotterdam zu leiten, habe sich die Unternehmensführung, auch unter dem Druck britischer Investoren, dafür entschieden, das Headquarter in London zu beziehen. Die Investoren hätten sinkende Kurse durch den Ausschluss der Aktie aus dem FTSE 100 befürchtet, der durch einen Umzug in die Niederlande unumgänglich gewesen wäre. Würden im Oktober auch die britischen Anteilseigner zustimmen, werde die Vereinigung Mitte November vollzogen. Die Aktien der niederländischen N.V. würden dann in Papiere der britischen PLC. getauscht.

Die organisatorische und rechtliche Neustrukturierung sei der Versuch des Konzerns, die Aktie attraktiver für Investoren zu machen. Zudem entfiele künftig ein Headquarter, was Kosteneinsparungen bedeuten dürfte. Auch denke der Konzern über eine Umstrukturierung seines Produktportfolios nach. Der erste Schritt des geeinten Unternehmens könnte der Verkauf des Teegeschäftes der Marke Lipton sein. Der Teekonsum habe zwar eine lange - hauptsächlich britische - Tradition, gerate aber in der westlichen Welt an Grenzen. Unilever sehe wenig Wachstumspotenzial und möchte diesen Geschäftsbereich abstoßen. Analystenschätzungen zufolge könnte Unilever bis zu 5 Milliarden Pfund durch einen Verkauf erzielen.

Unilever zähle neben Unternehmen Nestlé und Procter & Gamble zu den größten Konsumgüterherstellern der Welt. In den Sparten Körperpflege, Nahrung und Reinigungsmittel besitze der Konzern rund 400 Marken. Laut eigenen Aussagen würden weltweit täglich 2,5 Milliarden Menschen Produkte Unilevers nutzen. Zwölf dieser 400 Marken würden einen Umsatz von mehr als einer Milliarde USD jährlich generieren. Aufgrund der Größe und Vielfalt der angebotenen Produkte könne das Unternehmen, wie eine Vielzahl der Konkurrenten, Größenvorteile abschöpfen. Limitierender Faktor des Geschäftsmodells von Unilever seien die sich stets verändernden Konsumgewohnheiten der Kunden. Die Herausforderung des Unternehmens sei es, diese zu identifizieren, um Produkte anzubieten, die die Präferenzen der Kunden treffen würden.

Prinzipiell unterscheide sich Unilever von seinen Konkurrenten auch durch die unterschiedlichen Marktstrategien. Dabei setze das britisch-niederländische Unternehmen stärker als die Mitbewerber auf aufstrebende Märkte. So würden laut eines Berichts des "Wall Street Journals" 9% von Unilevers globalen Sales auf den indischen Markt entfallen. Dieser bilde damit den zweitgrößten nach dem amerikanischen. Insgesamt würden Unilevers Umsätze aus den aufstrebenden Märkten knapp über 50% des Gesamtumsatzes ausmachen. Damit liege man weit über dem Schnitt der Mitbewerber, bei denen sich dieser Anteil nur bei rund 40% im Schnitt bewege. Zwar berge der Ansatz Unilevers einige Risiken, allerdings biete er auch die Chance Millionen neuer Kunden zu gewinnen. Unilever habe in der Vergangenheit von den guten Absatzzahlen in den "Emerging Markets" profitiert und damit auch oft stagnierende Absatzzahlen in den bestehenden Märkten ausgeglichen.

Die Aktie der Unilever N.V. werde aktuell bei EUR 51,84 gehandelt (30.09.2020). Das Jahreshoch sei bei EUR 55,70 (01.10.2019) und das Jahrestief bei EUR 38,42 (16.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 13 Analysten die Aktie auf "buy", elf auf "hold" und vier auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 6,00% Aktienanleihe mit Barriere (ISIN DE000VP8N2N4 / WKN VP8N2N) auf Unilever. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 85,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 17.09.2021. (Stand: 01.10.2020)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe September 2020) (01.10.2020/alc/a/a)
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