Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Ölkonzerne - Fossile Brennstoffe immer teurer? Anleiheanalyse


01.10.21 10:12
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien der Ölkonzerne eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Im Pandemiejahr 2020 sei der Gaspreis aufgrund des Lockdowns und der mangelnden Nachfrage von Verbrauchern und der Industrie nach Angaben des Vergleichsportals Verivox um acht Prozent gesunken. Dies habe zu einer Drosslung der Fördermenge geführt. Laut "Handelsblatt" habe sich mittlerweile die Situation jedoch stark verändert. Durch Entspannung der Pandemiesituation und die weiterhin anziehende Weltwirtschaft sei die Nachfrage wieder stark gestiegen. Das Angebot hingegen sei trotz gestiegener Fördermenge beinahe unverändert geblieben.

Gazprom-Chef, Alexej Miller, habe kürzlich für das kommende Jahr eine Fördermenge von 510 Milliarden Kubikmeter Erdgas genannt, was ein Höchstwert seit 2011 darstellen würde. Die Ursache für das trotzdem eher mangelhafte Angebot sei laut "Handelsblatt" unter anderem der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. So sei die Lieferung von Gas über die Ukraine stark gedrosselt worden. Laut Serhji Makogon, dem Chef des ukrainischen Gas-Transmission-Systems, gebe es keine Transportengpässe. Es sei genügend freie Kapazität verfügbar, nur würde diese nicht benutzt werden. Zusätzlich belastend komme hierbei hinzu, dass die Erdgas-Pipeline "Nord Stream 2" noch nicht im Gebrauch sei.

Einem Bericht von "Zeit Online" zufolge sorge dies an den Rohstoffmärkten für stark steigende Gaspreise. So habe der amerikanische "Henry Hub" Future ein Sieben-Jahres-Hoch erreicht, während der europäische Dutch TTF sogar ein absolutes Allzeithoch im September 2021 erreicht habe.

Laut Andy Sommer, Senior Analyst bei dem Energiekonzern Axpo, seien die Gaspreise pro Megawattstunde normalerweise im unteren zweistelligen Bereich. So seien die Kurse Anfang des Jahres noch bei EUR 15,00 je Megawattstunde Gas gewesen. Mittlerweile hätten sich diese mehr als vervierfacht. So koste die Megawattstunde aktuell über EUR 60,00. Die Bestellungen für das kommende Jahr würden laut der Handelszeitung bereits mit EUR 40,00 gehandelt.

Nach dem Vorjahrestief ziehe nun auch der Ölpreis das erste Mal seit drei Jahren wieder über die Marke von USD 80 je Barrel (rund 159 Liter) Rohöl an. Laut Kevin Solomon, Energieanalyst beim Brokerhaus StoneX, könne der Ölpreis noch weiter steigen. Dies hänge damit zusammen, dass Benzin und Diesel in vielen Fällen als Ersatz für Gas dienten und somit vom Substitutionseffekt profitieren könnten. Zusätzlich stünde die Heizsaison, der Höhepunkt der Nachfrage, im Winter noch bevor. Hinzu kämen außerdem Probleme bei der Förderung von Erdöl in den USA, ausgelöst durch die Schäden des Hurrikans in Louisiana, so Carsten Fritsch, Analyst bei der Commerzbank.

Die OPEC-Staaten würden nach Berichten des "Handelsblatts" vorerst an den aktuellen Fördermengen festhalten. Die nächste OPEC-Tagung solle jedoch Anfang Oktober stattfinden, wo höhere Förderquoten beschlossen werden könnten.

Grundsätzlich gebe es für Öl- und Gas-interessierte Anleger zwei Investitionsmöglichkeiten, um an einem steigenden Energiepreis zu partizipieren. Zum einen könne in die Aktien der großen Öl- und Gaskonzerne investiert werden, um so indirekt an der Preisentwicklung teilzuhaben. Zum anderen würden sich Terminkontrakte (sogenannte Futures) auf diese Werte zum Direktinvestment in Öl und Gas anbieten.

Bei Öl gebe es jedoch auch noch eine weitere Möglichkeit: Mit dem Vontobel Oil-Strategy-Index, welcher die Vorteile beider Investitionsmöglichkeiten verbinde, würden Anleger phasenweise – je nach Form der Ölpreis-Futures-Kurve – entweder in Aktien oder in Futures investieren. In einer "Backwardation"-Situation, also in Zeiten, in denen der Kurs der Öl-Futures mit längerer Laufzeit auf einem niedrigeren Niveau liege als solche mit kürzerer Laufzeit (die Kurve falle also), sei der Index in die entsprechenden Futures investiert. Somit sollten mögliche Rollgewinne vereinnahmt werden. In einer "Contango"-Konstellation (steigende Futures-Kurve) jedoch werde in Öl-Aktien investiert, um den Nachteil möglicher Rollverluste zu minimieren, die entstünden, wenn auslaufende Kontrakte gegen solche mit längerer Laufzeit und höheren Preisen getauscht werden müssten. Das Open-End-Partizipationszertifikat auf den Vontobel Oil-Strategy-Index könnte somit eine interessante Anlageoption im Bereich Öl darstellen.

Die 10,50% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf BP, Royal Dutch Shell und TotalEnergies. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 16.09.2022. (Stand: 30.09.2021)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe September 2021) (01.10.2021/alc/a/a)
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