Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Nestlé, Novartis und Roche - Anleihenanalyse


02.06.21 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Nestlé (ISIN CH0038863350 / WKN A0Q4DC) und Novartis sowie der Genussschein von Roche eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Aufgrund der Pandemie und des daraus resultierenden Rückgangs an Arztbesuchen sowie Rezeptverschreibungen hätten einige Pharmaunternehmen starke Einbußen hinnehmen müssen. So auch der Schweizer Konzern Roche. Das abgelaufene Geschäftsjahr sei für den Schweizer Pharmariesen ein eher durchwachsenes gewesen, denn pandemiebedingt seien die Umsätze um rund fünf Prozent gesunken. Hoffnungsschimmer von Roche sei die stark florierende Diagnostik-Sparte, die aufgrund der Produktion von Covid-19-Tests rasant gewachsen sei. Der Pharmakonzern habe sich zu einem der führenden Hersteller von Covid-19-Tests entwickelt, dessen Nachfrage aktuell nicht größer sein könnte.

Neben herkömmlichen Covid-19-Tests versuche Roche nun, mithilfe von Antikörper-Therapien die Pandemie einzudämmen. Hierfür habe das Basler Unternehmen einen "Antikörper-Cocktail" entwickelt, welcher künftig schwere Corona-Verläufe verhindern und damit die Zahl der belegten Intensivbetten senken solle. Das Medikament bestehe aus zwei künstlich hergestellten Antikörpern, die das Virus neutralisieren sollten. Laut Studien könne das Medikament das Risiko eines tödlichen Verlaufs um 70 Prozent reduzieren.

Auch bei der Entwicklung der herkömmlichen Covid-19-Tests mache Roche enorme Fortschritte. So sollten künftig die weiterentwickelten "Cobas-Tests" von Roche dazu beitragen, auch asymptomatische Corona-Infektionen zu entdecken. Die bisherigen Tests würden insbesondere in asymptomatischen Phasen Schwächen aufweisen, daher sei die asymptomatische Ausbreitung von Infektionen ein wesentlicher Faktor für die anhaltende Übertragung des Virus. Wie Roche mitgeteilt habe, seien die Tests bereits von der US-Gesundheitsbehörde per Notfallzulassung zugelassen worden. Es zeige sich, dass insbesondere die Diagnostik-Sparte von Roche ein Hoffnungsschimmer in Zeiten der Pandemie sei. Durch die Akquisition von GenMark Diagnostics für CHF 1,8 Mrd. im März 2021 sei diese weiter gestärkt worden und somit nehme Roche eine führende Stellung im weltweiten Diagnostik-Geschäft ein.

Auch der Pharmakonzern Novartis habe im ersten Quartal dieses Jahres weiter unter der Corona-Krise gelitten, denn ebenso wie der Konkurrent Roche müsse auch Novartis wegen der ausbleibenden Arztbesuche Umsatzeinbußen hinnehmen. Vor allem Dermatologen und Augenärzte seien betroffen. Ebenso habe die Novartis-Tochter Sandoz, die auf die Herstellung von Generika spezialisiert sei, die schwache Nachfrage vor allem in seinem Einzelhandelsgeschäft wie Apotheken zu spüren bekommen. Auch die Grippe- und Erkältungssaison sei wegen der Abstandsregeln in der Pandemie ungewöhnlich harmlos verlaufen, was das Geschäft weiter belastet habe.

Novartis-Chef, Vasant Narasimhan, rechne daher nach dem schwierigen Quartal, dass Novartis-Tochter Sandoz einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in 2021 zu verkraften habe. Jedoch sei CEO Narasimhan mittelfristig zuversichtlich, dass Sandoz die gesteckten Ziele wieder erreichen werde. Den immer wieder aufkommenden Spekulationen über eine Trennung von Sandoz habe indes der Novartis-Chef eine Absage erteilt.

Hoffnung mache dagegen die anstehende Produktion des CureVac-Corona-Impfstoff, welche der Schweizer Pharmakonzern übernehme. Novartis könnte die Produktion des COVID-19-Impfstoffs für den deutschen Arzneimittelhersteller CureVac über das bislang vereinbarte Ausmaß hinaus sogar steigern. Wie Narasimhan mitgeteilt habe, beherrsche man den Herstellungsprozess immer besser und sei in der Lage, sehr große Mengen zu produzieren. Am österreichischen Werk in Kundl sollten in diesem Jahr bis zu 50 Mio. Impfdosen hergestellt werden und 2022 sollten es dann bis zu 200 Mio. sein.

Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller Nestlé wachse im ersten Quartal des laufenden Jahres unerwartet stark. Der Umsatz von Nestlé sei in den ersten drei Monaten um 7,7 Prozent und damit doppelt so stark wie von Analysten erwartet gestiegen. Die Gewinne veröffentliche der Nahrungsmittelkonzern traditionell nur alle sechs Monate. Umsatztreiber von Nestlé seien während der Pandemie insbesondere die Kaffeemarken Nescafe, Nespresso und die Starbucks-Produkte gewesen. Ebenso seien Fertiggerichte und Nahrungsergänzungsmittel bei den Verbrauchern stark gefragt gewesen.

Die Chancen stünden daher gut, dass Nestlé seine Jahresprognose für das laufende Geschäftsjahr zur Jahresmitte anheben werde. Aktuell peile der Nahrungsmittelhersteller ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an und plane, die operative Gewinnmarge zu verbessern. Nestlé-CEO Ulf Schneider habe in einer Analysten-Telefonkonferenz eingeräumt, dass die Prognose konservativ sei, was auf die Unsicherheit angesichts der Pandemie zurückzuführen sei.

Für Investoren sei Nestlé ein zuverlässiger Dividendenlieferant, denn in den letzten 26 Jahren sei die Ausschüttung kontinuierlich gestiegen und seit 61 Jahren sei sie mindestens konstant gehalten worden. Für das laufende Jahr würden Analysten einen moderaten Anstieg von CHF 2,75 auf CHF 2,85 je Aktie erwarten. Damit käme Nestlé auf eine Dividendenrendite von etwas mehr als zweieinhalb Prozent.

Der Genussschein der Roche Holding AG werde aktuell bei CHF 315,70 (01.06.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei CHF 345,55 (22.06.2020) und das Jahrestief bei CHF 290,55 (30.10.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 17 Analysten die Aktie auf "buy", zwölf auf "hold" und zwei auf "sell" setzen.

Die Aktie der Novartis AG werde aktuell bei CHF 79,78 (01.06.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei CHF 87,06 (19.06.2020) und das Jahrestief bei CHF 70,42 (29.10.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 21 Analysten die Aktie auf "buy", acht auf "hold" und zwei auf "sell" setzen.

Die Aktie der Nestlé S.A werde aktuell bei CHF 111,18 (01.06.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei CHF 112,72 (26.05.2021) und das Jahrestief bei CHF 95,00 (126.02.2021) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 23 Analysten die Aktie auf "buy", sieben auf "hold" und zwei auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf Nestlé, Novartis und Roche. Der Kupon sei auf 5,00% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 17.06.2022, fällig sei die Anleihe am 24.06.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 14.06.2021. (Stand: 02.06.2021, 08:49)

Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses der oben genannten Unternehmen von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig sei, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Die Aktie könne sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. Zudem seien vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Anleger seien dem Risiko der Insolvenz, das heiße einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 01.06.2021) (02.06.2021/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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