Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Microsoft und Sony - Die Zukunft des Gamings - Anleiheanalyse


12.11.20 09:15
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Microsoft und Sony eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Längst werde mit Videospielen mehr Geld verdient als mit Kinofilmen und Musik zusammen. So habe die Gamesbranche im Jahr 2018 gemäß dem Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) weltweit einen Umsatz von fast 135 Mrd. USD erzielt und damit mittlerweile drei Mal so viel Umsatz wie an allen Kinokassen der Welt im selben Zeitraum. Die aktuell bevorstehenden Veröffentlichungen der neuen Konsolen von Microsoft und Sony hätten das Potenzial der Branche einen neuen Wachstumsschub zu verschaffen.

Im November 2020 erscheine mit der Playstation 5 von Sony und der Xbox Series X von Microsoft eine neue Konsolengeneration. Damit werde nach gut sieben Jahren die alte Generation abgelöst, um die Konsolentechnologie auf ein neues Niveau zu heben. Weltweit seien in den vergangenen sieben Jahren insgesamt 114 Millionen Playstation Konsolen verkauft worden. Die Fangemeinschaft der Sony Konsole sei dementsprechend groß.

Die Gamingsparte des japanischen Konzerns sei mittlerweile hochrentabel und helfe ihm dabei Umsatzrückgänge, wie sie etwa im Kinobereich (Sony Pictures) aufgrund der Schließungen als Folge der Corona Pandemie realisiert worden seien, zu kompensieren. So habe die Sparte Gaming, also der Verkauf von Konsolen und Videospielen, sowie der Abo-Dienst Playstation Plus im zweiten Quartal insgesamt ca. 4,6 Mrd. USD umgesetzt, was einem Anteil von 23,4 Prozent am gesamten Quartalsumsatz entspreche. Die am 19.11.2020 in Deutschland erscheinende Playstation 5 dürfte nach unternehmenseigenen Aussagen weiteren Wachstum bescheren. Ähnlich wie bei Apples iPhone seien alle vorbestellbaren Konsolen innerhalb weniger Minuten ausverkauft gewesen. So solle sich nach Sonys CEO die neue Konsole besser als das Vorgängermodell im ersten Jahr verkaufen. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, müssten mehr als sieben Millionen Exemplare in den kommenden zwölf Monaten abgesetzt werden.

Sonys direkter Konkurrent im hart umkämpften Gamingmarkt, Microsoft, habe sich beim Verkaufsstart seiner alten Konsole Xbox One einige Fehler geleistet, welche sich bis heute in den vergleichsweise niedrigeren Verkaufszahlen niederschlagen würden. So habe der Tech-Konzern damals vor Verkaufsstart bekannt gegeben, dass die Konsole eine Online Pflicht besitze und ein Gerät zur Bewegungserkennung zwingend dazu habe erworben werden müssen. Dazu sei die Konsole von den reinen Leistungsdaten her schwächer gewesen als die Playstation 4 und dennoch gut 100 EUR teurer. Dies habe dazu geführt, dass die Konsole direkt bei Markteinführung gefloppt habe. Bis 2019 sollten laut CNBC schätzungsweise rund 46 Millionen Geräte verkauft worden sein.

Für die neue Konsole, der Xbox Series X, habe Microsoft die gleichen Fehler nicht wiederholen wollen. So habe die neue Konsole eine höhere Rechenleistung und kostet genauso viel wie Sonys Konkurrenzprodukt. Um für besonders preissensitiven Käufer attraktiv zu bleiben, sei dazu noch eine abgespeckte Version, die Xbox Series S veröffentlicht worden, welche zwar 200 EUR weniger koste, allerdings weit weniger Leistung biete.

Der Anteil der Gaming-Sparte habe im letzten Geschäftsjahr rund acht Prozent ausgemacht und sei damit längst nicht so wichtig für Microsoft wie die Playstation Sparte für Sony. Dennoch investiere Microsoft massiv in den Bereich. So habe der Konzern im September dieses Jahres den Kauf des Spieleentwicklers Holding ZeniMax Media bekannt gegeben. Die Kaufsumme habe laut Reuters rund 7,5 Mrd. USD betragen. Damit erwerbe der Softwarekonzern aus Redmond einige erfolgreiche Spielemarken und habe in Kombination mit dem Xbox GamePass gleich mehrere Kaufargumente für die eigene Konsole, die im Kampf gegen die vorherrschende Dominanz der Playstation auf dem Konsolenmarkt helfen sollten.

Mit dem Abo-Dienst Xbox GamePass sei es möglich für eine monatliche Pauschalgebühr über hundert verschiedener Videospiele auf dem PC oder der Xbox zu spielen. Konzerneigene Spiele erscheinen damit direkt am ersten Tag im Abo, so die Bank Vontobel Europe AG. Auf lange Sicht möchte Microsoft nach Angaben des Xbox Chefs Phil Spencer mehr Priorität auf den Ausbau des GamePass legen, als auf Konsolenverkäufe. So sei der größte Konkurrent nicht mehr Sony, sondern Google und Amazon. Mit Stadia habe Google einen Onlinedienst auf den Markt gebracht, mit dem Videospiele auf PC und Smartphone gestreamt werden könnten. Microsoft biete mittlerweile einen ähnlichen Dienst über den GamePass an. Insgesamt habe Microsoft laut eigenen Angaben inzwischen über 15 Millionen Abonnenten für den eigenen Streamingdienst gewinnen können.

Insgesamt habe der Markt für Videospiele seit Jahren die höchsten Wachstumsraten in der Unterhaltungsbranche. Bis 2023 solle der auf einen Umsatz von 200 Mrd. USD und mehr als drei Milliarden aktiven Spielern weltweit wachsen, so die Analysefirma Newszoo. Bis dahin solle der Anteil des Cloud Gaming zwar erst 5 Mrd. USD betragen, dafür würden aber keine teuren Konsolen oder High-End PCs mehr benötigt und der Markt für neue Konsumenten geöffnet. Mit dem Ausbau der 5G-Mobilfunknetze werde der Konsum von Videospielen zukünftig auch überall und jederzeit möglich sein. Rentabel könnte das Cloud Gaming Geschäft damit erst in ein paar Jahren werden. Umso wichtiger sei es für Microsoft und Sony sich jetzt schon entsprechend zu positionieren.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 10,00% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto (ISIN DE000VP96KZ3 / WKN VP96KZ) auf Microsoft und Sony. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 17.09.2021. (Stand: 12.11.2020)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe November 2020) (12.11.2020/alc/a/a)
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