Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Delivery Hero, Deutsche Post und HelloFresh - Anleihenanalyse


12.02.21 10:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Delivery Hero, Deutsche Post und HelloFresh eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Während zahlreiche Unternehmen mit der Krise zu kämpfen hätten, gebe es wenige, die auch hier eine beachtliche Performance zeigen würden. Nutznießer der geschlossenen Geschäfte und des daraus resultierenden E-Commerce-Booms sei insbesondere die Deutsche Post. Auch die Essenslieferdienste Delivery Hero sowie HelloFresh hätten während der Pandemie nicht nur ihren Umsatz steigern, sondern ihr Geschäftsfeld durch Akquisitionen vergrößern können.

Während der gesamte stationäre Handel in der noch anhaltenden Pandemie geschlossen bleiben müsse, würden die Kunden vermehrt auf den Online-Handel ausweichen. Großer Profiteur dieses Trends sei die Deutsche Post - dies würden auch die jüngsten Zahlen zeigen, denn das abgelaufene Jahr, welches überwiegend von der Pandemie geprägt gewesen sei, habe der Deutschen Post zu einem neuen Rekordergebnis verholfen. Laut Angaben des Unternehmens mit Hauptsitz in Bonn sei im vergangenen Jahr das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf EUR 4,8 Mrd. gestiegen, die ursprüngliche Ergebnisprognose sei somit deutlich übertroffen worden. Infolgedessen habe das Logistik-Unternehmen die Ergebnisprognosen für die kommenden Jahre erhöht.

Die wachsende Zahl an E-Commerce-Aktivitäten würden der Post Aufwind geben: So sei der Umsatz des Konzerns auf EUR 66,8 Mrd. gestiegen, was einem Anstieg um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Insbesondere die Geschäftsbereiche Post & Paket Deutschland und das weltweite Express-Geschäft hätten einen Zuwachs von sieben Prozent bzw. zwölf Prozent verbucht.

Der Chef der Deutschen Post, Frank Appel, zeige sich angenehmen überrascht und betone die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells in der Krise. Beachtlich sei insbesondere die Entwicklung in den asiatischen Ländern, denn hier zeige sich, dass trotz stark gesunkener Infektionszahlen und Teilöffnungen die Umsätze sowie die Bestellvolumina gegenüber der Zeit während der Pandemie wenig bis kaum gesunken seien. Auch in Europa erfreue sich die Deutsche Post eines soliden Zugewinns an Kunden. Aus diesen Gründen blicke der Logistik-Konzern in eine vielversprechende Zukunft.

Die weltweite Pandemie habe bei vielen Unternehmen zu großen Problemen geführt. Jedoch habe es auch Unternehmen gegeben, die von den Folgen der Krise wie dem Lockdown hätten profitieren können. Insbesondere die "Stay at home"-Aktien, wie die des Essenslieferdiensts Delivery Hero, hätten infolgedessen ihren Umsatz steigern können. Dabei profitiere das Berliner Unternehmen wie kaum ein anderes, denn während Restaurants seit einigen Monaten geschlossen seien, boome der Lieferservice.

Des Weiteren sei es dem Essenslieferdienst möglich gewesen, Ende des Jahres 2020 die Zustimmung der südkoreanischen Kartellbehörden für die Übernahme des dort ansässigen Lieferdienstes Woowa zu erhalten. Die Akquisition des koreanischen Marktführers koste das Berliner Unternehmen rund EUR 3,6 Mrd. Dieser Betrag solle vor allem durch Delivery Hero-Aktien und Eigenkapital finanziert werden. Das Unternehmen habe alleine am 06.01.2021 binnen weniger Stunden rund 9,44 Mio. neue Aktien an Investoren verkaufen und damit knapp EUR 1,25 Mrd. für die Realisierung und Finanzierung seiner Wachstumsstrategie einsammeln können.

Des Weiteren sei am 12.01.2021 die Gründung eines eigenen Venture-Capital-Fonds der Delivery Hero SE bekannt gegeben worden. Ziel dieses Fonds solle es sein, in innovative Unternehmen in den Bereichen Lieferdienste und Lebensmittel weltweit zu investieren. Mit dem Anfangskapital, welches sich auf EUR 50 Mio. belaufe, sollten vielversprechende Unternehmen mit Schwerpunkten in künstlicher Intelligenz, Fintech und Logistik, Lebensmitteltechnologie und On-Demand-Services unterstützt werden.

Ähnlich wie bei Delivery Hero habe auch HelloFresh von den Folgen der Pandemie profitieren können. Das deutsche Unternehmen mit Firmensitz in Berlin biete im Gegensatz zu Delivery Hero keine fertig gekochten Essenslieferungen an, sondern liefere den Kunden so genannte "Kochboxen", in denen die vorbereiteten Zutaten für ein bestimmtes Gericht enthalten seien. Gegen Ende des vergangenen Jahres 2020 habe HelloFresh den US-Fertiggerichte-Anbieter Factor 75 für insgesamt rund USD 277 Mio. aufkaufen/akquirieren können. Dabei habe das Berliner Unternehmen die ersten USD 177 Mio. beim Abschluss der Transaktion bezahlen müssen, während die restlichen USD 100 Mio. als erfolgsabhängiger Earn-Out transferiert würden.

Des Weiteren habe das Unternehmen bekannt gegeben, in Zukunft den Versand ihrer Produkte nicht mehr über das Logistikunternehmen Hermes abzuwickeln, sondern ab jetzt über den Versand-Spezialisten Metapack. Metapack solle somit die Versanddienste für HelloFresh in Großbritannien, Deutschland und Österreich leiten. Mit diesen Entscheidungen versuche sich das Berliner Unternehmen nicht nur im europäischen, sondern auch im amerikanischen Markt zu etablieren.

Die Aktie der Deutschen Post werde aktuell bei EUR 41,14 (09.02.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 43,60 (14.01.2021) und das Jahrestief bei EUR 18,55 (18.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 22 Analysten die Aktie auf "buy", fünf auf "hold" und ein auf "sell" setzen.

Die Aktie der Delivery Hero SE werde aktuell bei EUR 133,3 (09.02.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 144,1 (05.01.2021) und das Jahrestief bei EUR 55,48 (16.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 16 Analysten die Aktie auf "buy", zwei auf "hold" und ein auf "sell" setzen.

Die Aktie der HelloFresh SE werde aktuell bei EUR 68,12 (09.02.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 73,85 (03.02.2021) und das Jahrestief bei EUR 18,46 (13.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden zehn Analysten die Aktie auf "buy", sechs auf "hold" und ein auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Fixkupon Multi Express Anleihe Pro mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VQ4LSP3 / WKN VQ4LSP) auf Delivery Hero, Deutsche Post und HelloFresh. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 50,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 08.03.2022, fällig sei die Anleihe am 15.03.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 08.03.2021. (Stand: 12.02.2021, 09:48)

Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of) würden sich auf mehrere Basiswerte beziehen. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert. (Ausgabe vom 11.02.2021) (12.02.2021/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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ISIN WKN
DE000VQ4LSP3 VQ4LSP
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