Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Daimler - Transformation in der Krise - Anleiheanalyse


10.09.20 09:15
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Daimler eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Corona-Krise, Klimawandel und E-Mobilität - Daimler habe in letzter Zeit viele strukturelle Herausforderungen, die es zu bewältigen gelte. Bisher habe sich der Aktienkurs des Konzerns aus dem Corona-Tief im März wieder erholen können. Von alten Höchstständen sei die Daimler-Aktie aktuell jedoch weit entfernt. Allerdings strukturiere der Stuttgarter Konzern seit geraumer Zeit um und erhoffe sich, gestärkt aus den Themenkomplexen hervorzugehen.

Nach einem Jahrzehnt als Deutschlands Wachstumsmotor scheine die Automobilindustrie erstmals wieder vor größeren Personalanpassungen zu stehen. Bei Daimler drohe laut Unternehmensangaben ein Stellenabbau von bis zu 30.000 Personen. Bei den momentanen Themenkomplexen, die CEO Ola Källenius zu bewältigen habe, erscheine dies auch nicht sonderlich verwunderlich. So seien die globalen Lieferketten durch die Corona Pandemie zuerst von einem Angebotsschock getroffen worden. Nun sei die Branche mit einem Nachfrageschock konfrontiert, von der sie sich nur langsam wieder erhole, heiße es in einer Branchenstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Im Ergebnis habe der Stuttgarter Konzern im ersten Halbjahr 2020 schließlich 18% weniger Umsatz als im Vergleichszeitraum 2019 erzielt.

Doch auch schon vor Auftreten der Corona-Pandemie habe Daimler mit der Transformation des Unternehmens begonnen. Das von der Politik gesetzte Ziel, Emissionen zu verringern, sowie der Trend hin zu Elektroautos, würden nicht nur Investitionen in neue Technologien, sondern auch eine Anpassung der kompletten Prozesskette des Autobauers erfordern. Im Produktportfolio habe es schon erste Veränderungen gegeben. So setze Källenius laut "Handelsblatt" in Zukunft, ähnlich wie andere Luxusmarken auch, mehr auf Klasse statt Masse. Aus diesem Grund seien bereits die Kompakt- und Kleinmarktmodelle zusammengestrichen worden. Ein Blick auf die Kaufpreise der Modelle scheine diesen Eindruck ebenfalls zu bestätigen. Auch der erste Ausflug in die vollelektronische Automobilwelt habe der Konzern schon gewagt. Gemessen an der Zahl der Neuzulassungen scheine Daimler mit dem Modell EQC den Markt allerding bisher nicht überzeugt zu haben.

An alte Erfolge anknüpfen möchten die Stuttgarter mit der neuen S-Klasse. Für das neue Modell werde auch das ebenfalls neue Werk "Factory 56" in Betrieb genommen werden. Mit dem Werk wolle Daimler neue Maßstäbe für die Automobilproduktion setzen. Die Produktion solle dank Vernetzung, Digitalisierung und Datenaustausch in Echtzeit effizienter werden. Modellseitig setze Daimler bei der neuen S-Klasse weiter auf den Verbrennungsmotor. Sollte das Modell den Nerv der Kunden treffen, könnte Daimler mit der S-Klasse als profitabelste Baureihe dem Konzern auf Jahressicht in die schwarzen Zahlen verhelfen. Allein 2019 habe der Anteil der S-Klasse 13,6% vom Konzern-EBIT ausgemacht.

Für zukünftige Modelle habe das Unternehmen allerdings andere Ziele. Die noch vom ehemaligen Daimler Chef Dieter Zetsche beschlossene Strategie richte sich auf die vier Zukunftsfelder: Vernetzung, autonomes Fahren, Sharing-Angebote und Elektromobilität. Källenius entscheide allerdings, wie viel in die einzelnen Bereiche investiert und vorangetrieben werde. Der Kern der Strategie sei weiterhin für eine klimafreundliche Mobilität der Fokus auf Elektro, ergänzt würden bei Nutzfahrzeugen wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Stromer. Damit sei der Weg zu einer komplett CO2-neutralen Flotte gesetzt.

Vollautonomes Fahren solle nun zuerst im Truck-Bereich Marktreife erlangen. Für PKWs sei dies auch weiterhin ein Thema, allerdings sehe Källenius dies aufgrund der technischen Herausforderungen "weiter in der Zukunft" als in der Trucksparte. Zudem erfordere eine Flotte von "Zigtausend oder und Hundertausenden" Robotaxis umfangreiche Milliardeninvestitionen, was sich nach Källenius bisher noch keiner getraut habe. Weiterhin sei er allerdings davon überzeugt, dass man das Thema umsetze, sobald man es technisch im Griff habe.

Die Aktie der Daimler AG werde aktuell bei EUR 45,47 gehandelt (09.09.2020). Das Jahreshoch sei bei EUR 54,50 (11.04.2020) und das Jahrestief bei EUR 21,02 (19.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden elf Analysten die Aktie auf "buy", 13 auf "hold" und sieben auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 12,50% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VP7SCV4 / WKN VP7SCV) auf die Aktie von BMW und von Daimler sowie die Volkswagen-Vorzugsaktie. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 70,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 17.09.2021. (Stand: 10.09.2020)

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe September 2020) (10.09.2020/alc/a/a)
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