Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Biogen, Eli Lilly und Roche - Der Kampf gegen Alzheimer - Anleihenanalyse


09.11.21 10:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Firmen mit potenziellem Alzheimer-Medikament in der Pipeline eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die Alzheimer Demenz gehöre neben der vaskulären Demenz (die Blutgefäße betreffend) zu den häufigsten Formen von Demenz-Erkrankungen. Die meist langsam fortschreitende Hirnerkrankung führe bei betroffenen Personen zu Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Desorientierung. Alzheimer sei aktuell zwar noch nicht heilbar, doch einige Pharmaunternehmen würden bereits an vielversprechenden Wirkstoffen arbeiten, die einer Linderung der Beschwerden beziehungsweise einer Verlangsamung des Leistungsabbaus des Gehirns dienen könnten.

Bevor die Ursachen des Vergessens näher betrachtet werden könnten, sei es wichtig zu verstehen, dass der Mensch über verschiedene Arten von Gedächtnis verfüge. Persönliche Erinnerungen an einzelne Ereignisse oder Erlebnisse würden Forscher das episodische Gedächtnis nennen. Charakteristisch für diese Art der Erinnerung seien der klare räumliche und zeitliche Bezug. Beim semantischen Gedächtnis hingegen sei das anders. Es umfasse das gesamte Faktenwissen, das ein Mensch im Laufe seines Lebens anhäufe. Langzeiterinnerungen würden vor allem in der Großhirnrinde (Cortex) gespeichert. Für die Speicherung neuer episodischer Informationen sei jedoch der Hippocampus von entscheidender Bedeutung. Frische Erinnerungen würden zunächst im Hippocampus abgelegt und dann in konsolidierter Form in den Cortex überschrieben.

Der Mensch vergesse über die Zeit hinweg kontinuierlich, wobei Geschwindigkeit und Umfang des Vergessens von vielen Faktoren abhängig seien, u.a. vom Interesse, von der Emotionalität der Erinnerung und Wichtigkeit der Information. Menschen mit einer Schädigung des Hippocampus hingegen würden die Fähigkeit verlieren Gedächtnisinhalte in bleibende Erinnerungen zu überführen. Allgemein würden verschiedene Theorien über die genaue Funktionsweise des Vergessens existieren. Eine Theorie geht beispielsweise davon aus, dass wir im Laufe der Zeit vor allem die Details der vergangenen Geschehnisse vergessen, was nach und nach zu einem Verblassen der eigentlichen Erinnerung führt, so die Bank Vontobel Europe AG. Das Verblassen rührt daher, dass unser Gedächtnis auf Netzwerke im Gehirn verteilt ist, die miteinander kommunizieren, so die Bank Vontobel Europe AG. Letztlich sei allerdings nicht genau bekannt, wie die Menschen vergessen würden.

Die Alterspyramide des Bundesamts für Bevölkerungsentwicklung zeige deutlich, dass der Anteil der älteren Personen in Deutschland steige. Dies aufgrund tiefer Geburtenraten und allgemein steigender Lebenserwartung. Mit einer zunehmend alternden Bevölkerung steige auch das Risiko an einer Form der Demenz zu erkranken. Die Erkrankung beginne, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in der Regel jenseits des 60. Lebensjahres. Aktuell würden nach jüngsten epidemiologischen Schätzungen rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland leben. Durchschnittlich würden dabei jeden Tag etwa 900 Neuerkrankungen auftreten, was sich auf über 300.000 Personen pro Jahr in diesem Land summiere. Das bedeute, dass fast alle 30 Sekunden zu einer Neuerkrankung komme. Gemäß der "Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V." werde ohne medizinischen Durchbruch die Anzahl erkrankter bis Mitte des Jahrhunderts auf bis zu 2,8 Millionen ansteigen.

Mit neurologischen Tests lasse sich eine Demenz zuverlässig von einer normalen Altersgedächtnisstörung unterscheiden. Bei Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung werde in der Regel eine Magnetresonanz-Tomographie des Hirns durchgeführt. Auf diese Weise könne eine Abnahme des Hirnvolumens festgestellt werden. Zudem helfe die Untersuchung, eine vaskuläre Demenz von einer Alzheimer Demenz zu unterscheiden. Bis zum Jahr 2030 rechne die WHO damit, dass weltweit mehr als 65 Millionen Menschen an Demenz erkranken würden. Die WHO-Studie bestätige ferner, dass die Pflege von Demenzkranken immer höhere Kosten verursache. Weltweit würden sie bereits auf jährlich 460 Milliarden Euro geschätzt.

Benannt sei die Alzheimer-Demenz nach dem deutschen Arzt und Psychiater Alois Alzheimer, der die Symptome der Krankheit erstmals 1907 beschrieben habe. Nach dem Tod einer demenzkranken Patientin habe er mikroskopische Untersuchungen an ihrem Hirn durchgeführt und dabei zwei Arten von Hirnschädigungen entdeckt: Senile Plaques und Neurofibrillenbündel. Daraus habe er auf eine "seltsame" Krankheit der Hirnrinde geschlossen.

Mehr als 100 Jahre später sei die Forschung dank moderner wissenschaftlicher Methoden dem Verständnis der Krankheit einen Schritt nähergekommen. In der Forschung allgemein anerkannt sei die Erkenntnis, dass das Hirn aus Neuronen bestehe, die netzwerkartig miteinander verbunden seien. Diese Verbindungen würden Synapsen heißen und die Übermittlung von Informationen von einer Nervenzelle zur anderen ermöglichen.

Im dem von Alzheimer-Patienten veränderten Hirn würden nach und nach Nervenzellen und deren Verbindungen untereinander absterben. Grund dafür seien die sogenannten Beta-Amyloid-Proteine die zu unlöslichen Plaques verklumpen und die Energie- und Sauerstoffversorgung des Gehirns hemmen würden. Der Grund, warum sich diese Eiweißablagerungen im Hirn bilden würden, sei bis heute nicht wissenschaftlich geklärt. Der Nachweis der Amyloid-Ablagerungen sei in der Regel erst nach dem Tod, bei einer Untersuchung des Hirns möglich. Zurzeit werde aber intensiv nach Möglichkeiten geforscht, das veränderte Beta-Amyloid in der Hirnflüssigkeit (Liquor) oder auch im Blut nachzuweisen.

Wenn eine Nervenzelle mit einer anderen kommuniziere, laufe ein elektrisches Signal vom Zellkörper zur Synapse. Das Signal durchlaufe ein Axon (Fortsatz einer Nervenzelle), dessen Struktur durch ein Zytoskelett aus Mikrotubuli (röhrenförmige Proteinkomplexe) aufrechterhalten werde. Diese Mikrotubuli wiederum würden durch das "Tau-Protein" stabil bleiben. Bei der Alzheimer-Krankheit sei das Tau-Protein chemisch verändert und werde fehlerhaft. Als Folge zerfalle das Zytoskelett der Zelle und die Neuronen würden degenerieren. Die Anzahl Synapsen verringere sich und die Verbindungen zwischen ihnen würden verloren gehen. Durch die abnorme Ansammlung von Tau-Protein in der Nervenzelle entstünden Fibrillen. Diese würden schlussendlich zum Absterben des Neurons führen. Tau-Fibrillen und Senile Plaques würden sich nicht gleichzeitig in den gleichen Hirnarealen bilden und auch der zeitliche Ablauf sei unterschiedlich. In der Alzheimer-Forschung seien immer noch viele Fragen offen, aber Alzheimer könne sich nur bilden, wenn beide Schädigungen vorlägen.

Da die Alzheimer-Demenz aktuell noch nicht heilbar sei, stünden im Vordergrund der Behandlung die Linderung der Beschwerden und die Verlangsamung des Leistungsabbaus im Gehirn. Im Rahmen der Untersuchung der Forschungserfolge würden Alzheimer-Medikamente in klinischen Studien erprobt. Ein Medikament sei in der EU im Zulassungsverfahren, 17 weitere Medikamente, die das Dement-Werden verlangsamen oder verhindern sollten, hätten das letzte Stadium der Erprobung (Phase III) erreicht. Wenn sich diese Daten in den Studien bewähren würden, könnten sie in den kommenden Jahren die Zulassung erlangen. Vor einer möglichen Zulassung stünden Firmen, die aktuell über einen Alzheimer-Wirkstoff in der klinischen Studie Phase III verfügen würden.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto (ISIN DE000VX25895 / WKN VX2589) auf die Aktien von Biogen und Eli Lilly sowie den Roche-Genussschein. Der Kupon sei auf 13,00% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 16.12.2022, fällig sei die Anleihe am 23.12.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 22.11.2021. (Stand: 09.11.2021, 09:53)

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten-/Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (09.11.2021/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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