Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Beiersdorf, Henkel und Unilever - Anstieg der Zinsen? Anleiheanalyse


06.05.22 10:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Beiersdorf und Unilever sowie die Henkel-Vorzugsaktie eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Höhere Zinsen auf dem Bank- bzw. Sparkonto seien bereits eine lange Zeit her. Jüngere Generationen könnten sich höhere Zinsen auf Bankeinlagen nur schwer vorstellen. Die Zentralbanken der Industriestaaten hätten in den letzten Jahren eine expansive Geldpolitik gepflegt und gleichzeitig ein tiefes Zinsniveau geführt. Angesichts der höheren Inflationszahlen scheinen allerdings einige Zentralbanken eine Zinswende eingeläutet zu haben, so die Bank Vontobel Europe AG.

Auf den Bankkonten würden seit längerer Zeit nur wenig Zinsen vergeben, teilweise würden sogar Negativzinsen fällig. Seit fast 15 Jahren würden sich die Zinsen auf ein Sparkonto abwärts bewegen. Ende der 1990er Jahre hätten die Sparzinsen in Deutschland noch bei über 3 Prozent gelegen (statista.com).

Allerdings sollte das Zinsniveau nicht isoliert betrachtet werden. Wichtig sei es, die Zinsen in Relation zur entsprechenden Inflation zu setzen. Dies werde mit dem Realzins gemessen, der die Inflation im Gegensatz zum Nominalzins berücksichtige. Wichtig sei die Berücksichtigung der Inflation deshalb, da es die Veränderung der Kaufkraft, auch Teuerung, miteinbeziehe.

Ein Beispiel veranschauliche den Unterschied zwischen nominalem und realem Zins. Angenommen ein Sparkonto habe einen nominalen Zins in der Höhe von 2 Prozent. Gleichzeitig betrage die Inflation 2 Prozent. Näherungsweise könne der reale Zins ermittelt werden, indem die Inflation vom nominalen Zins abgezogen werde. Somit betrage der reale Zins in diesem Beispiel 0 Prozent.

Werde der reale Zinsen analysiert, so lasse sich beobachten, dass sich die Nominalzinsen und die Inflation gegenseitig aufheben würden und so zu Schwankungen des Realzinses im Bereich von rund +2 bis -2 Prozent führen würden. Demnach hätten deutsche Sparer in der Vergangenheit nicht wirklich in den Genuss von hohen, realen Zinsen kommen können.

Zinsen seien auch für viele andere Bereiche respektive Sektoren relevant. Für den Erwerb einer Immobilie mittels Hypothek, die Kosten von Schulden oder bei der Unternehmensbewertung würden Zinsen eine wichtige Rolle spielen.

Zu der fundamentalen Bewertung eines Unternehmens gehöre oftmals eine Analyse der zukünftigen Erträge. Mit diesem Vorgehen könne beispielsweise eine Aktie eines Unternehmens bewertet werden. In der Theorie bestehe der heutige Unternehmenswert aus den erwarteten Erträgen in der Zukunft. Erträge würden in der Form von Geldflüssen (engl. Cashflow) betrachtet. Dabei würden die zukünftigen Geldflüsse mithilfe eines Diskontierungssatzes diskontiert, was zum heutigen Wert (Barwert) der zukünftigen Geldflüsse führe. Je höher der Diskontierungssatz ausfalle, desto tiefer sei der Barwert und umgekehrt. Ein fester aber nicht der einzige Bestandteil dieses Diskontierungssatzes seien die Zinsen. Höhere Zinsen würden demnach zu einem höheren Diskontierungssatz führen, was den Barwert reduziere.

Für den Diskontierungssatz werde der sogenannte risikolose Zins verwendet. Dieser beschreibe die Rendite, die sich mit sicheren Anlagen erzielen lasse, wie zum Beispiel Staatsanleihen von erstklassigen Schuldner-Ländern. Die Sicherheit stamme daher, dass die Gefahr eines Ausfalls als gering eingestuft werde.

Als Orientierung zu aktuellen Zinssätzen für Unternehmensbewertungen könne die Zinsentwicklung von zehnjährigen Staatsanleihen betrachtet werden. Als weltweit größte Volkswirtschaft und wichtigster Kapitalmarkt seien hierfür die USA ausgewählt worden, als Vertreter der Eurozone Deutschland. In diesem Zusammenhang wichtig zu verstehen sei die inverse Beziehung zwischen Preisen und Renditen von Anleihen. Sinke der Preis einer Anleihe, so steige die Rendite. In anderen Worten: Der Preis einer Anleihe bewege sich in die entgegengesetzte Richtung ihrer Rendite.

Während die Industriestaaten in den letzten Jahren vergleichsweise geringe Inflationsraten hätten beobachten können, seien diese in den letzten zwei Jahren auf ein höheres Niveau angestiegen. Im Monat März habe die Inflation im Vergleich zur Vorjahresperiode in den USA +8,5 Prozent betragen, in der Eurozone +7,4 Prozent. Haupttreiber der höheren Inflation seien aktuell die Energiepreise. Anhand des Bloomberg Energy Subindex könne die Entwicklung der Energiepreise in den letzten fünf Jahren aufgezeigt werden. Dieser Index bilde die Entwicklung von Erdöl, Heizöl, Benzin und Erdgas ab. Über einer Zeitspanne von fünf Jahren habe der Index Ende April 2020 seinen Tiefpunkt (USD 15,46) erreicht. Heute (Stand 05.05.2022) stehe der Index bei USD 56,49.

Zentralbanken hätten die Möglichkeit, die Leitzinsen zu erhöhen und somit die Inflation einzudämmen. Höhere Zinsen würden dazu führen, dass die Kosten für Konsumenten und Unternehmen steigen würden, um sich Geld zu leihen. Dies dämpfe wiederum die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und beeinflusse die Wirtschaftstätigkeit.

In den USA sei die erste Zinserhöhung seit drei Jahren vollzogen worden, wobei der Leitzins um 0,25 Prozent auf eine Zinsspanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent erhöht worden sei. Die Europäische Zentralbank (EZB) lasse die Leitzinsen aktuell unverändert bei 0 Prozent, letztmals geändert worden seien diese 2016. Die USA seien jedoch nicht das einzige Land, welches Zinserhöhungen vollzogen habe. Die britischen, norwegischen und südkoreanischen Notenbanken hätten ebenfalls zum Mittel der Zinserhöhungen gegriffen.

Aktuell würden sich steigende Zinsen und Renditen von Anleihen beobachten lassen. Auch im Bereich der strukturierten Produkte könne diese Entwicklung teilweise festgestellt werden. Anlageprodukte würden unter anderem auch mit einer Anleihenkomponente ausgestattet. Daher würden strukturierte Produkte auch als Schuldverschreibungen gelten. Bei Aktienanleihen würden Anlegerinnen und Anleger während der Laufzeit Kupons erhalten, welche einen Zinsanteil beinhalten würden.

Aufgrund der tiefen Zinsen in den letzten Jahren habe der Zinsanteil von Produkten meist bei 0 Prozent gelegen und somit habe der Kupon nur aus dem Prämienanteil bestanden. Aktuell lasse sich beobachten, dass es bei einigen in Euro notierten Produkten einen Zinsanteil gebe. Für Produkte in US-Dollar habe es bisher einen Zinsanteil gegeben, da die Zinsen in der Vergangenheit bereits im positiven Bereich notiert hätten.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 11,00% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VV1UYD7 / WKN VV1UYD) auf Beiersdorf, Henkel und Unilever. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 17.03.2023. (Stand: 05.05.2022)

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. (Ausgabe Mai 2022) (06.05.2022/alc/a/a)
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