Investmentidee: LNG-Terminals für Deutschland - Anleiheanalyse


12.05.22 11:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist Flüssiggas (LNG) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Seit den letzten Monaten würden sich die Entwicklungen bei Flüssiggas (LNG) überschlagen. Neben den erneuerbaren Energien sei Liquefied Natural Gas (LNG) eine der Möglichkeiten mit denen Europa möglichst schnell unabhängiger von den aktuellen Gaslieferanten werden möchte. Das Gas könne in seiner flüssigen Form mittels Tankschiffe über das Meer transportiert werden. Auf diese Art würden keine Pipelines für den Transport benötigt. So könne das Portfolio an Lieferanten diversifiziert und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten reduziert werden. So könnte ein stärkerer Wettbewerb entstehen, der am Ende auch den Verbrauchern zugutekommen könnte.

Deutschland habe allerdings bisher kein einziges Terminal, welches geeignet sei, um das Flüssiggas aus den Tankern in das Gasnetz einzuspeisen. Daher müsse die Bundesrepublik die LNG-Terminals der europäischen Nachbarn nutzen. Ein Bauvorhaben sei jedoch schon länger in Planung. Nach knapp fünf Jahren ohne Baufortschritt solle das LNG-Terminal in Brunsbüttel, Schleswig-Holstein, nun möglichst schnell fertigstellt werden. Anderorts, in Wilhelmshafen, sei bereits mit dem Bau eines schwimmenden LNG-Terminals begonnen worden. Um den Bau der benötigten Infrastruktur so schnell wie möglich zu realisieren, möchte die Bundesregierung ein neues Gesetz verabschieden, welches die Planungsverfahren deutlich beschleunige.

Das schwimmende LNG-Terminal bei Wilhelmshafen solle bereits zum Ende des Jahres 2022 fertiggestellt werden. Das Verfahren werde deutlich beschleunigt, indem man unter anderem die Anforderungen an die Umweltverträglichkeitsprüfung aussetze. Auch das Vorhaben in Brunsbüttel könnte so deutlich schneller als ursprünglich geplant realisiert werden. Laut dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies könnte das Vorhaben in Wilhelmshafen nach Fertigstellung bis zu 20 Prozent der russischen Gasimporte ersetzen, während das Terminal in Brunsbüttel nach eigenen Angaben etwa 10 Prozent des deutschen Gasverbrauches (2020) decken könne. Bei den beiden geplanten LNG-Terminals solle jedoch noch nicht Schluss sein. Die Regierung habe bereits drei weitere Bauverträge unterzeichnet und sei in den Verhandlungen für ein Weiteres.

Die neuen LNG-Terminals würden nicht nur für den Flüssiggastransport genutzt, sondern könnten auch bei anderen Technologien zum Einsatz kommen. So solle auch darauf geachtet werden, dass die Infrastruktur auch für die Anlieferung von grünem Wasserstoff genutzt werden könne. Damit würden die Bauvorhaben gleich zwei Zukunftsthemen abdecken.

Das Projekt rund um das Flüssiggasterminal in Brunsbüttel werde von der German LNG Terminal GmbH durchgeführt. Das Unternehmen sei ein Joint Venture der drei Unternehmen Gasunie LNG Holding B.V., Vopak LNG Holding B.V. und ein Tochterunternehmen der Marquard & Bahls AG.

Dabei seien zum Großteil die deutsche Bundesregierung mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der niederländische Staat mit der Gasunie LNG Holding als 100-prozentiges Staatsunternehmen für die Finanzierung zuständig. Die Essener RWE AG erhalte mit 10 Prozent den restlichen Anteil.

Das Terminal in Brunsbüttel sei noch nicht vollständig genehmigt. Die Ausstattung des aktuellen Genehmigungsantrages sei jedoch beachtlich. So solle man am Landungssteg in Brunsbüttel zukünftig in der Lage sein die größten LNG Carrier zu löschen. Die sogenannten Qmax-Carrier seien 345 m lang, 53,8 m breit und könnten bis zu 266.000 m3 verflüssigtes Erdgas transportieren. Bisher gebe es weltweit lediglich 14 solcher Tanker.

Nicht nur Deutschland möchte die Abhängigkeit von einzelnen Gasexporteuren reduzieren. Auch Italien nehme den Bau eines LNG-Terminals in Süditalien wieder auf. Federführend für das Projekt im italienischen Porto Empedocle sei der italienische Energiekonzern Enel.

Bei all der Euphorie rund um eine praktikable Alternative sollten Anleger jedoch nicht vergessen, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach eher um eine Übergangslösung handele. Nichtsdestotrotz könnten die Terminals aufgrund ihrer Nutzung als Verteilungszentrum auch Zukunftspotenzial im Hinblick auf grünen Wasserstoff haben.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) auf die Aktien von Enel und RWE. Die Anleihe sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 7,75% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00%. Die Barriere liege bei 60,00%. Fällig werde die Anleihe am 24. März 2023. Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) könne noch bis zum 23. Mai 2022 gezeichnet werden.

Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 11.05.2022) (12.05.2022/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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