Investmentidee: Halbleiter - Die Krise und ihre Gewinner - Anleiheanalyse


25.11.21 12:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind Halbleiter eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Halbleiter seien ein wichtiger Bestandteil des Lebens und der Industrie geworden und seien nicht mehr wegzudenken aus der modernen Zivilisation. Trotzdem schaue die Welt aktuell auf eine noch nie dagewesene Halbleiterkrise. Viele Mikrochips seien aktuell starke Mangelware. Nicht nur die Industrie wie der Auto- und Technologiesektor hätten mit Lieferengpässen und Stillständen in der Produktion zu kämpfen, sondern auch die Konsumenten selbst seien davon betroffen. So seien PC-Komponenten wie die CPU und GPU zu echter Mangelware geworden.

Jedoch nicht nur PC-Komponenten seien häufig ausverkauft und teurer geworden, auch bei Smartphones und Laptops gebe es häufig Wartezeiten. So betrage die Lieferfrist für ein neues iPhone 13 Pro, selbst zwei Monate nach dem Release, noch drei bis vier Wochen. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, werde stark in den Ausbau der Produktion bei TSMC und Samsung investiert.

Der niederländische Konzern ASML Holding N.V. sei der größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie. Diese hochkomplexen Maschinen würden für die Belichtung von Siliziumwafern benötigt, um damit die einzelnen Schaltkreise zu produzieren. Dementsprechend hoch seien auch die Preise, welche sich auf bis zu 150 Millionen pro Stück belaufen könnten. Wie ASML im Annual Report für das Jahr 2020 berichtet habe, habe ihr weltweiter Marktanteil dabei bereits rund 62 Prozent betragen.

Dies spiegele sich auch in den aktuellen Zahlen des dritten Quartals wider. ASML habe im Nettoergebnis um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 1,74 Milliarden wachsen können. Beim Umsatz habe das Wachstum 32 Prozent betragen, was rund EUR 5,24 Milliarden entspreche. Auch für das laufende vierte Quartal werde mit Erlösen zwischen EUR 4,9 bis 5,2 Milliarden gerechnet. Durch diese starken Zahlen und die weiterhin positiven Aussichten habe das Unternehmen mittlerweile eine Marktkapitalisierung von rund EUR 280 Milliarden erreicht. Damit sei es das wertvollste Technologieunternehmen Europas, wie das Handelsblatt berichte.

Zu den wichtigsten Kunden von ASML und deren Lithographiesystemen würden die großen Halbleiterproduzenten wie TSMC (Taiwan Semiconductor), Samsung Electronics und Intel zählen.

Nach großen Problemen mit dem 10-nm-Produktionsverfahren für die Halbleiter sei Intel Corporation zunehmend ins Hintertreffen zu den Konkurrenten Advanced Micro Devices Inc. (AMD) und NVIDIA Corporation geraten. Dies habe den Halbleiterproduzenten aus Kalifornien gezwungen, neue Wege einzuschlagen und Maßnahmen zu ergreifen. So plane der Technologiekonzern ein milliardenschweres Investitionsprojekt für zwei neue Chipfabriken, wie das Handelsblatt berichte. Ebenfalls wolle man neue Standorte in Europa eröffnen.

Diese neuen Produktionskapazitäten seien auch notwendig, da Intel sich entschieden habe, nicht mehr nur die eigenen Mikrochips zu produzieren, sondern zusätzlich auch Auftragsfertigungen für andere Unternehmen zu übernehmen. Dabei habe man bereits erste Erfolge erzielen und einige Halbleiter für Amazon.com Inc. und QUALCOMM Incorporated fertigen können. Ebenfalls habe Pat Gelsinger, CEO von Intel verkündet, man sei weiterhin an einer erneuten Zusammenarbeit mit Apple interessiert. Diese könne in Form von erneuter Lieferung von Intel CPUs (Central Processing Unit) oder auch der Fertigung von Apples hauseigenen Chips geschehen.

Intel fokussiere sich neu zusätzlich auf den GPU-Markt (Graphics Processing Unit). So plane man, laut Intel, im ersten Quartal 2022 eine eigene Grafikkarte unter dem Namen Intel Arc zu veröffentlichen und in diesem Markt mit AMD und NVIDIA zu konkurrieren.

NVIDIA feiere einen Rekord nach dem anderen - sei es bei der Leistung ihrer Grafikkarten oder bei den Quartalszahlen. Dabei könne NVIDIA bei der Produktion kaum mit der Nachfrage mithalten. Viele neue Grafikkarten des Herstellers seien nur schwer oder zu sehr hohen Preisen noch erhältlich. Diese Grafikkarten hätten ein breites Einsatzgebiet. So würden sie bei der professionellen Video- und Bildbearbeitung benötigt, genauso wie bei 3D-Animationen und komplexen Berechnungen in der Astrophysik.

Im privaten Haushalt gewinne die Grafikkarte auch zunehmend an Bedeutung. Durch den E-Sports- und Kryptomining-Boom sei auch hier die Nachfrage nochmals stark gestiegen.

Aktuell versuche NVIDIA, den britischen Chipentwickler ARM Ltd. zu übernehmen und damit seine Marktposition zusätzlich zu stärken. ARM Ltd. entwickele die Grundarchitektur der ARM-basierten SoC (System-on-a-Chip) und lizensiere diese. Diese Lizenzen würden anschließend an die Chipentwickler für Smartphones, Tablets und Laptops verkauft. Die größten Kunden seien dabei Apple, Samsung und QUALCOMM, deren Chips alle auf der ARM-Architektur aufbauen würden.

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf die Aktien von ASML, Intel und NVIDIA. Die Anleihe sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 17,50% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00%. Die Barriere liege bei 75,00%. Fällig werde die Anleihe am 23. Dezember 2022. Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto könne noch bis zum 13. Dezember 2021 gezeichnet werden.

Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 24.11.2021) (25.11.2021/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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