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Bei Investitionen in US-Anleihen könnten erstmals wieder höhere Renditen erzielt werden als in Europa


14.09.20 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Wollen Euro-Anleger in den USA investieren, ohne dem Risiko einer US-Dollar-Abwertung ausgesetzt zu sein, müssen sie die Kosten für die Absicherung gegen Währungsrisiken (Hedging) tragen, so die Analysten von Postbank Research.

Diese würden als Prozentsatz ihrer Investition festgelegt und würden maßgeblich vom Unterschied im Zinsniveau zwischen den USA und Europa abhängen. Da die FED die Leitzinsen im Zuge der Coronavirus-Krise erheblich reduziert habe, seien die Hedging-Kosten 2020 um über einen Prozentpunkt zurückgegangen. Dadurch könnten bei Investitionen in US-Anleihen selbst nach Währungsabsicherung erstmals wieder höhere Renditen erzielt werden als in Europa. US-Unternehmensanleihen mit "Investment Grade"-Rating würden beispielsweise im Schnitt eine Rendite von 2,4 Prozent aufweisen, ihre europäischen Pendants jedoch nur eine von 0,65 Prozent.

Die für Euro-Anleger günstige Situation dürfte auch zukünftig anhalten, da die Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks ihre Leitzinsen auf absehbare Zeit nicht ändern sollten. Zwar sei die Ende vergangener Woche veröffentlichte US-Inflationsrate für August mit 1,3 Prozent leicht stärker ausgefallen als erwartet und habe auch über dem Wert des Vormonats gelegen. Allerdings entspreche dieser Wert selbst vor der auf dem Jackson Hole angekündigten Strategieänderung noch lange nicht dem Zielniveau der FED. Im Rahmen der neuen Strategie würden inzwischen sogar Raten von über zwei Prozent nicht zwingend eine Straffung der Geldpolitik nach sich ziehen. (14.09.2020/alc/a/a)