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Internationale Zinssätze weiter im Aufwärtstrend


22.02.21 09:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Zinssätze sind, angeführt von den US-Sätzen, weiter im Aufwärtstrend: Rund um den Globus wird immer deutlicher, dass der wirtschaftliche Einbruch weltweit glimpflicher ablief als zu befürchten stand und die Perspektiven spürbar besser sind als noch vor Monaten von bzw. an den Märkten erwartet, so die Analysten der National-Bank AG.

Vor allem die US-Notenbank sei im Verlauf des letzten Jahres nicht müde geworden zu betonen, dass eine akkommodierende Geldpolitik verfolgt werden solle, solange die durchschnittliche Inflationsrate unterhalb der Inflationsziels von 2% liege. Diese Linie setze sich bislang grosso modo fort, so hätten sich verschiedene Mitglieder des FOMC in dem Sinne geäußert, dass die Zeit für eine Reduzierung der von der Notenbank verabreichten Stimuli noch nicht gekommen sei. In der Tat sei es noch ein langer Weg, bis etwa die Lücken am Arbeitsmarkt wieder stärker gefüllt seien: Die FED werde weiter abwarten wollen, zumal es ja auch noch eine Vielzahl von rein epidemiologischen Unwägbarkeiten jenseits der im engeren Sinne ökonomischen Risikoabwägung gebe.

Obige Linie der US-Notenbanker spiegele sich auch im Protokoll der jüngsten FOMC-Sitzung wider: Die US-Währungshüter seien zwar grundsätzlich optimistisch, was den weiteren Konjunkturverlauf anbelange - etwa mit Referenz auf die extrem starken Zuwächse bei den Einzelhandelsumsätzen zu Jahresbeginn. Die Mitglieder des FOMC sähen hierin aber vollkommen zu Recht auch den Einfluss der umfangreichen staatlichen Transfer-Maßnahmen zur Stützung der privaten verfügbaren Einkommen. Insgesamt hätten die Mitglieder betont, dass eine in hohem Grade expansive Ausrichtung der Geldpolitik weiterhin absolut zwingend sei.

Vor diesem Hintergrund sollten daher insbesondere die Anleihekäufe fortgesetzt werden, bis sich die Wirtschaft auch wirklich nachhaltig stabilisiert habe. Die Analysten der National-Bank AG würden auch weiterhin davon ausgehen, dass die EZB im legitimatorischen Windschatten der US-Notenbank in weitere Runden massiver monetärer Alimentation gezwungen werde. Dabei dürfte auch sie das - temporäre - Überschießen der Inflation in einigen Ländern der Währungsunion gegebenenfalls tolerieren.

Vor dem Hintergrund der obigen Perspektiven für die Geldpolitik rund um den Globus bleibe das Aufwärts-Potenzial für die Kapitalmarktzinssätze in toto noch relativ begrenzt. Die Analysten der National-Bank AG würden zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass der internationale Zinstrend leicht aufwärts gerichtet sein werde, dies dürfte aber bei weitem nicht dafür ausreichen, dass die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich steigen könnten.

Konkret würden die Analysten der National-Bank AG auf Jahressicht kaum Aufwärtspotential für die 10-jährigen Bundrenditen erwarten, mit Blick auf die kontinuierliche Aufhellung der globalen Perspektiven hätten sie ihre Jahresprognose auf Renditen um - 0,2% abermals leicht angehoben. Unsere Projektionen für die 10-jährigen US-Treasuries verweisen auf Jahressicht mittlerweile auf Renditen um 1,4% für die richtungsweisenden US-Zinssätze, wir passen unsere Projektionen diesbezüglich entsprechend an, so die Analysten der National-Bank AG. Dabei dürfte der weitere Zinsanstieg insbesondere auch eine Funktion der Fortschritte der Verimpfung bzw. der Entwicklung des Wirkungsgrades auch mit Blick auf die potenziellen Virus-Mutationen sein. (Ausgabe vom 19.02.2021) (22.02.2021/alc/a/a)