Inflationszahlen im Fokus


13.02.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die hohe Volatilität an den Finanzmärkten weist auf die Nervosität der Marktteilnehmer hin, so die Analysten der Helaba.

Zwar hätten sich die Aktienmärkte zuletzt erholt, Sorgen vor einem erneuten Kursrutsch seien aber vorhanden. In diesem Umfeld sollte der US-Dollar, der weithin als Krisenwährung fungiere, keine großen Verluste erleiden. Anleihen würden derzeit aber nur bedingt von der hohen Risikoaversion profitieren, denn die Zinserwartungen würden steigen. Inzwischen seien sogar Inflationssorgen wahrzunehmen und vor diesem Hintergrund würden die am Mittwoch anstehenden Verbraucherpreise in den USA mit Spannung erwartet.

Bereits heute gebe es Preiszahlen in Großbritannien. Auch sie seien einen Blick wert, nachdem die Bank von England in der letzten Woche mit der Aussage überrascht habe, dass die Leitzinsen früher und in einem stärkeren Ausmaß als gedacht angehoben werden könnten. Zu forcierten Zinsspekulationen sollte es heute aber nicht kommen, denn im Januar dürfte die Teuerung nicht weiter gestiegen sein. Die Jahresrate werde nach Einschätzung der Analysten unterhalb der 3%-Marke liegen.

Es gelte aber zu berücksichtigen, dass die Abwertung des Pfunds zu höheren Importpreisen beitrage, ebenso wie die Ölnotierungen. Auch der verstärkte Lohndruck spreche dafür, dass die Verbraucherpreise in Zukunft hoch bleiben würden. Inzwischen rechne die Mehrheit der Marktteilnehmer damit, dass der Basiszins im Mai um 25 BP auf 0,75% angehoben werde, wenngleich BoE-Chefvolkswirt Haldane jüngst zum Ausdruck gebracht habe, dass es die Zentralbank mit der nächsten Erhöhung nicht besonders eilig habe.

Der Preisauftrieb in den USA sei bislang moderat und von dieser Seite gebe es für die US-Notenbank keinen Grund, vom Pfad gradueller Leitzinserhöhungen abzurücken. Die Konjunktur laufe hingegen gut und Stimmungsindikatoren würden auf eine anhaltend hohe Dynamik hoffen lassen. Heute stehe das NFIB-Mittelstandsbarometer zur Veröffentlichung an, das seit 2009 unter Schwankungen zulege und im November den höchsten Stand seit 1983 markiert habe. Nach dem Rücksetzer im Dezember werde zu Beginn des neuen Jahres ein erneuter Anstieg erwartet. Die Zuversicht kleiner und mittlerer Unternehmen dürfte aufgrund staatlicher Ausgabenprogramme hoch bleiben. (13.02.2018/alc/a/a)