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Inflationsgefahren abgeblasen


13.07.21 11:00
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Von sommerlicher Ferienruhe konnte an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche keine Rede sein, so die Analysten der DekaBank.

Wirtschaftspolitischer Höhepunkt sei die Verkündung der neuen geldpolitischen Strategie durch die Europäische Zentralbank (EZB) gewesen. Ein symmetrisches Inflationsziel von zwei Prozent solle die Einschätzbarkeit der Geldpolitik erleichtern. Dabei betone die neue Strategie vor allem die Notwendigkeit energischer Maßnahmen im Fall von Unterschreitungen des Inflationsziels.

Insgesamt deute alles auf die Fortsetzung des bisherigen Kurses hin: Zinsen würden niedrig bleiben, Liquidität werde üppig bereitgestellt, und das für lange Zeit. Das zweite große Thema war die Tatsache, dass an den Finanzmärkten auf einmal die Inflationssorgen des ersten Halbjahres wie weggeblasen scheinen, so die Analysten der DekaBank. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Corona-Delta-Welle würden die bisherigen Wachstumsschätzungen wieder heruntergenommen. Das habe die Renditen an den Anleihemärkten deutlich fallen lassen.

Im Gegensatz zum mittelfristigen Ausblick werde die Inflation in den USA wohl kurzfristig nochmal deutlich anziehen. Dies sollten die Zahlen in dieser Woche zeigen. In den Produktionswirren nach der Lockdown-Öffnung würden in vielen Volkswirtschaften Angebot und Nachfrage einfach noch nicht zusammenpassen. Dies sollte im Juni zu einem weiteren kräftigen Preisschub geführt haben. Allerdings sei langsam die Erkenntnis gereift, dass diese Entwicklung vorübergehender Natur sei. Es würden sogar schon erste Erwartungen aufkommen, dass in den kommenden Monaten sogar Preissenkungen stattfinden könnten. Hierdurch würde die Inflationsrate dann relativ deutlich fallen. (Ausgabe vom 12.07.2021) (13.07.2021/alc/a/a)