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Inflation und Geldflut: Reines Sparen wird zur Falle


04.09.20 11:45
Moventum

Luxembourg (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank FED hat gerade angekündigt, die Zinsen im Keller und die Gelddruckmaschine mehr oder weniger unbegrenzt laufen zu lassen, so die Anlageexperten der Luxemburger Fondsplattform Moventum.

Gleichzeitig verabschiede sie sich von bisherigen Inflationszielen und wolle eine höhere Geldentwertung zulassen. Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die Zentralbank der Zentralbanken, warne vor steigender Inflation. "Für Sparer bedeutet das schlichtweg, dass in den kommenden Jahren nicht nur keine Zinsen zu holen sein werden", sage Sabine Said, Executive Vice President bei Moventum S.C.A. "Es bedeutet auch, dass die Inflation den Wert reiner Ersparnisse schnell auffrisst."

Wer also, wie sehr viele Deutsche, sein Geld nur als Fest- oder Tagesgeld oder auf Sparbüchern bei Banken verwahren lasse, müsse sich auf Verluste einstellen. "Mittelfristig können Sparer, die ihr Geld einfach nur liegen lassen, die Hälfte ihres Kapitals verlieren", so Said.

Die Ankündigung der FED sei zwar zu einem überraschenden Zeitpunkt gekommen. "Die Linie aber ist schon lange sichtbar", so Said. So pumpe die Notenbank so viel Geld in den Markt, dass es nicht komplett als Bankenkredit weitergereicht werden könne. "Stattdessen fließt es über Investoren in die Märkte, vor allem in den Aktienmarkt, wo die Kurse steigen und steigen", sage Said. So hätten die wichtigsten US-Indices zwar durch die Pandemie-Einschränkungen stark verloren. Mittlerweile aber seien die Indices und auch sehr viele Aktien auf Rekordhochs angekommen - alles dank der großen Geldmenge, die durch die Notenbanken in Umlauf gebracht werde.

Denn es sei nicht nur die US-Notenbank, die hier vielleicht auch vor der Präsidentschaftswahl gute Stimmung mit viel Geld verbreiten wolle. Notenbanken weltweit würden die Wirtschaft stützen und die Märkte fluten - was zu steigenden Kursen führe. Die FED wie auch andere hätten angekündigt, diese Politik auch nicht so schnell ändern zu wollen. Für Sparer heiße dies aber: Null Zinsen auf Konten- oder Sparbüchern und eventuell sogar Verwahrkosten, dazu drohende Inflation, die den Wert des Vermögens mindere - auch wenn der Betrag derselbe bleibe. Es bedeute aber auch, dass eine Verzinsung nur durch die Rendite an den Wertpapiermärkten zu holen sein werde.

Bereits jetzt sei zu sehen, dass trotz des starken Absturzes der Märkte während der Pandemie-Lockdowns immer mehr Menschen in Aktien investieren würden, sei es direkt, vor allem aber über Fonds oder Vermögensverwaltungsprodukte. Diese könnten sich bestätigt fühlen, denn die Verluste aus der Pandemie seien aufgeholt, seit Jahresanfang lägen alle Portfoliostrategien von Moventum deutlich im Plus. Nicht nur verglichen mit Null- und Negativzinsen auf Tagesgeldkonten ein sehr gutes Ergebnis.

In den kommenden Jahren würden die Kurse an den Aktienmärkten wie üblich stark schwanken. Doch eines zeige die Vergangenheit: Auf lange Sicht sei mit Aktien immer mehr Geld zu verdienen gewesen als mit dem Horten des Geldes unter dem Kopfkissen. "Angesichts weiter sprudelnder Notenbank-Geldquellen dürfte sich an diesem Verhältnis auch nichts ändern", so Said. (04.09.2020/alc/a/a)