Inflation nicht auf Augenhöhe mit dem Zielwert


03.10.17 09:01
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in der Eurozone ist weiterhin zu niedrig, so die Analysten der Nord LB.

Die Verbraucherpreise seien im September lediglich um 1,5% Y/Y gestiegen. Damit notiere die Jahresveränderungsrate weiter fernab vom Ziel der EZB. Die Kernrate habe sich sogar von 1,2% Y/Y auf 1,1% Y/Y verringert. Die aktuelle Entwicklung des Euro und der Energiepreise könnten zwar wieder für kleinere Impulse sorgen. Insgesamt bleibe es aber beim Yellen‘schen "Mysterium": Trotz Wachstum - die Einkaufsmanagerindices etwa würden für die Eurozone aktuell mit der Septemberumfrage eine weitere Beschleunigung signalisieren - trete die Inflation eher auf der Stelle. Das bedeute aber im Umkehrschluss Bauchschmerzen für ein etwaiges Zurückschalten des geldpolitischen Expansionstempos der Europäischen Zentralbank. Die Veröffentlichung der Zusammenfassung der letzten EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag werde hier wahrscheinlich auch nicht mehr Klarheit zu Tage bringen.

Gerade die Abstimmung um die Unabhängigkeit Kataloniens erinnere am aktuellen Rand auch daran, dass es weiter politische Störfaktoren gebe, die sich jederzeit durchaus auf die Wirtschaftsaktivität niederschlagen könnten. Der Brexit sei auch noch lange nicht vom Tisch. Somit sei die wirtschaftliche Lage aktuell zwar gut, aber durchaus mit Risiken behaftet. Die Inflation sei nicht auf Augenhöhe mit dem Zielwert - keine beneidenswerte Ausgangssituation für Draghi und seine Kollegen.

In diesem Umfeld notiere die Rendite von deutschen Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren in Sichtweite der psychologisch wichtigen Marke von 0,50%. Das Hoffen auf eine nachhaltige Belebung der Weltwirtschaft, welches durch die jüngst gemeldeten positiven Zahlen zur Entwicklung des Tankan-Indexes in Japan zuletzt noch weitere Impulse erhalten habe, würden derzeit auf die Kurse von sicheren festverzinslichen Wertpapieren drücken.

Die Lage in Katalonien müsse vom Rentenmarkt ganz genau im Auge behalten werden. Nach dem umstrittenen Referendum über die Loslösung der Region von Spanien bestehe die Gefahr, dass Katalonien eine Republik ausrufen könnte, was den Konflikt mit der Zentralregierung in Madrid weiter verschärfen würde. Höhere Risikoprämien hätten die Renditen spanischer Staatsanleihen zum Start der neuen Handelswoche entsprechend etwas anziehen lassen.

In Nordamerika sorge dagegen vor allem die Geldpolitik für höhere Kapitalmarktrenditen. Die Verzinsung der zehnjährigen US-Treasuries notiere in Erwartung einer Anhebung der FED Funds Target Rate im Dezember wieder im Bereich von 2,30/2,40%. (Ausgabe vom 02.10.2017) (03.10.2017/alc/a/a)





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