Inflation bleibt in der ganzen Welt längere Zeit erhöht


02.05.22 14:18
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach einer Schätzung des IWF bleibt die Inflation in der ganzen Welt aufgrund des Krieges in der Ukraine und des sich ausbreitenden Preisdrucks längere Zeit erhöht, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Die befürchtete "Stagflation" komme nicht erst noch auf uns zu, sie sei eigentlich schon da. Subtrahiere man von den nominalen BIP-Wachstumszahlen die Inflationsraten, so bleibe schon nichts mehr übrig.

In den USA sei im 1. Quartal 2022 verglichen mit dem Vorjahr sogar schon ein Rückgang des BIP um 1,4% eingetreten. In der Eurozone sehe das kaum anders aus.

Wie könne die Wirtschaftspolitik in dieser Situation helfend eingreifen? Die Geldpolitik hinke der Inflationsentwicklung weit hinterher. Die Notenbanken seien zwar gesetzlich verpflichtet, sich für möglichst hohe Preisstabilität einzusetzen, hätten aber eine Anhebung der Leitzinsen bisher wegen der Pandemie und Krieges verschoben. Jetzt sei der günstigste Zeitpunkt hierfür verpasst. Die Inflationsrate sei auf beiden Seiten des Atlantiks auf 7,5% gestiegen. "Normalerweise" sei der Leitzins mindestens so hoch wie die Teuerungsrate. Ein solcher Anstieg könne wegen der Konjunkturflaute nicht erwartet werden.

Die Fiskalpolitik habe das Mittel der Neuverschuldung des Staates, um mit staatlicher Nachfrage vorübergehend fehlende private zu ersetzen. Doch die Verschuldung der meisten Staaten sei bereits so hoch, dass weitere Steigerungen kontraproduktiv wirken würden. Der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) gehe in den Staatshaushalt ein, sodass bei steigenden Zinsen dieser Dienst untragbar werde. In der Eurozone stünden die Regierungsschulden bei rund Euro 12 Billionen oder 98% des BIP. In den USA hätten die öffentlichen Schulden bereits die Grenze von USD 30 Billionen oder 120% des BIP überschritten.

In dieser Gemengenlage seien die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen außerordentlich ungünstig: konjunkturelle Stagnation - geopolitische Spannungen - gesundheitliche Pandemie - steigende Inflation - absurd hohe Neuverschuldung aller Staaten - teure Umstellungen beim Energieverbrauch - unvermeidbare Neuausrichtung zum Klimaschutz - sinkende Kaufkraft von Euro und Dollar - usw.

Disposition: Bei Investitionen an den Finanzmärkten Edelmetalle aufstocken. (02.05.2022/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
7,40 % 7,30 % 0,10 % +1,37% 26.05./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
7,40 % 2,30 %