Inflation in Rumänien wohl auf Vierjahreshoch gestiegen


11.10.17 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In Rumänien ist die Inflation im August zwar von 1,4% auf 1,2% gg. Vj. zurückgegangen, dürfte gemäß der Marktmeinung bei der heutigen Veröffentlichung des nationalen Statistikamts im September aber wieder auf 1,6% und damit auf den höchsten Stand seit Ende 2013 angezogen sein, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Der Hauptgrund für die Beschleunigung der Teuerung liege nach Ansicht der Banca Naționalǎ de României (BNRO) im Anstieg der administrierten Preise. Hier würden vor allem die jüngsten Erhöhungen der Strompreise zu Buche schlagen, zudem würden höhere Energie- sowie steigende Dienstleistungspreise für eine Verteuerung des Warenkorbs sorgen. In den kommenden Monaten dürfte die Inflation daher - auch vor dem Hintergrund eines robusten BIP-Momentums - weiter in Richtung der Zielmarke der Notenbank von 2,5% zulegen. Im Jahresdurchschnitt 2018 würden die Analysten die Preissteigerungen bei rund 3% sehen (2017e: 1,0%).

Im 2. Quartal 2017 sei die rumänische Wirtschaft - unterstützt von einer starken Binnennachfrage - dabei erneut kräftig gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich eine Zunahme der Wirtschaftsaktivitäten von 6,1% ergeben. Im Gesamtjahr dürfte ein BIP-Plus von knapp 6% erreichbar sein (2016: 4,8%) und auch für 2018 würden die Analysten mit Zuwachsraten von mehr als 4% rechnen. Mit Blick auf diese günstigen wirtschaftlichen Perspektiven hätten die rumänischen Währungshüter auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 3. Oktober in einem überraschenden Schritt den Einlagensatz um 25 BP auf 0,50% erhöht. Die erste Anhebung des Hauptrefinanzierungssatzes seit 2008 - dieser liege seit Mai 2015 bei historisch niedrigen 1,75% - würden die Analysten aufgrund der von ihnen unterstellten Inflationsentwicklung mit einem Viertelprozentpunkt für die 2. Jahreshälfte 2018 erwarten. (11.10.2017/alc/a/a)