Inflation in der Eurozone und den USA ohne Aufwärtsdynamik


02.10.17 10:15
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nach schwächer als erwarteten Inflationszahlen in Deutschland blieb auch die Teuerung in der Eurozone im September überraschend konstant bei 1,5% in der Jahresrate, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Kernrate habe sogar von 1,2% gg. Vj. auf 1,1% gg. Vj. nachgegeben. Die EZB dürfte die Entwicklung kaum überrascht haben, EZB-Präsident Mario Draghi habe im Rahmen der letzten Pressekonferenz bereits angegeben, dass die Konsumentenpreisentwicklung sich bis zum Jahresende 2017 aufgrund von Basiseffekten leicht abschwächen dürfte. Entsprechend würden die Analysten an ihrer Einschätzung festhalten, dass die Währungshüter in der Eurozone im Oktober ein sehr graduelles Vorgehen beim "Tapering" vorschlagen würden und zunächst mit einer Reduzierung der monatlichen Anleihenkäufe auf 40 Mrd. EUR ab Januar 2018 rechnen.

Auch in den USA komme die Teuerung nicht in die Gänge: Die Kernrate des PCE-Deflators als von der US-Notenbank primär betrachtetes Inflationsmaß habe im August den Abwärtstrend der Vormonate fortgesetzt und von 1,4% auf 1,3% in der Jahresrate nachgegeben. Damit sehe sich auch die US-Notenbank nicht mit ernsthaften Inflationsgefahren konfrontiert. Insgesamt habe es am Freitag gemischte Signale von Seiten der US-Konjunktur gegeben: Während der regionale Einkaufsmanagerindex aus dem FED-Distrikt Chicago (Chicago PMI) im September überraschend kräftig habe zulegen können (von 58,9 auf 65,2), habe das von der Universität Michigan erhobene Konsumentenvertrauen im Berichtsmonat im Vergleich zur Schnellschätzung noch einmal leicht nachgegeben und notiere nun mit 95,1 Punkten (zuvor gemeldet: 95,3) um 1,7 Indexpunkte unter dem Stand vom August. (02.10.2017/alc/a/a)