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Hypothekenpfandbriefe im Fokus


12.10.21 11:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die hypothekarische Deckungsmasse der Hypothekenpfandbriefe besteht mit 98% fast ausschließlich aus wohnwirtschaftlich genutzten Finanzierungen, so die Analysten der Helaba.

Während Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Wohnungen per Ende Juni mit rund 82% den Großteil der Sicherheiten der Deckungswerte darstellen würden, liege der Anteil von Mehrfamilienhäusern bei rund 16%. 77% der Objekte würden von den Kreditnehmern selbst genutzt. Regionale Schwerpunkte der Finanzierungen lägen in Bayern und Baden-Württemberg mit einem Anteil von rund 20% und 19%, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hessen mit Anteilen von 12,5% und 9,5%.

Das Portfolio zeichne sich durch eine hohe Granularität der deutschen Deckungswerte aus. Die durchschnittliche Deckungsgröße liege etwa bei 73 Tausend Euro und etwa 85% der Finanzierungen würden eine Kreditgröße bis 300 Tausend Euro aufweisen. Gleichzeitig liege der volumengewichtete Durchschnitt des Alters der Forderungen (Seasoning) bei hohen 10,5 Jahren und der durchschnittliche gewichtete Beleihungsauslauf bei niedrigen 45,4%. Dementsprechend gering würden die von S&P rechnerisch erwarteten Kreditverluste mit 0,9% ausfallen. Äußerst ausgeglichen zeige sich das Fälligkeitsprofil der Deckungswerte und Pfandbriefe mit gewichteten durchschnittlichen Laufzeiten von 5,1 und 5,0 Jahren. Währungsrisiken bestünden keine.

Die stabilen Ratingaussichten gemäß S&P würden durch die Überdeckungsquote von 24% und den Rating-Puffer zum Emittenten-Rating gestützt. Letzterer federe eine Herabstufung des Emittenten-Ratings um bis zu zwei Ratingstufen ab und führe bei gleichen Rahmenbedingungen nicht zu einer automatischen Verschlechterung des Pfandbrief-Ratings.

Stärken:

- Deckungsmasse aus mehrheitlich wohnwirtschaftlich genutzte Finanzierungen, geprägt von hoher Granularität und hohem Seasoning
- Niedriger durchschnittlich gewichteter Beleihungsauslauf
- Puffer zum Emittenten-Referenz-Rating von zwei Ratingstufen und damit stabile Bonitätsaussichten

Schwächen:

- Marktrisiken im Ausfallszenario der Bank, insbesondere durch Refinanzierungs- und Zinsrisiken (Ausgabe vom 11.10.2021) (12.10.2021/alc/a/a)