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Hybridanleihen als Ausweg aus dem Niedrigzinsdilemma


08.06.21 14:00
Lazard Asset Management

Delaware (www.anleihencheck.de) - Relativ hoher Zinskupon, eine attraktive Rendite und eine vergleichsweise geringe Duration - nach Meinung von Lazard Asset Management bieten Hybridanleihen eine Alternative im derzeit schwierigen Marktumfeld, so die Experten von Lazard Asset Management.

"Die gestiegenen Inflationserwartungen haben die Zinskurven in Europa etwas nach oben verschoben", würden Desiree Sauer und Ulrich Teutsch von Lazard Asset Management in einer aktuellen Einschätzung schreiben. "Ein großer Teil der europäischen Rentenanlagen ist aber weiterhin unattraktiv." In dieser Marktlage hätten viele Anleger ihre High-Yield-Quote aufgestockt, diese Assetklasse sei jedoch sehr teuer und außerdem sehr risikobehaftet.

Zum Hintergrund: Eine Hybridanleihe sei eine nachrangige Unternehmensanleihe. Im Insolvenzfall würden die Papiere nachrangig bedient, jedoch noch vor Aktionären. "Hybridanleihen vereinen einen relativ hohen Zinskupon, eine attraktive Rendite und eine relativ geringe Duration", würden die beiden Experten sagen. Dies mache Hybridanleihen aktuell zu einer der attraktivsten und interessantesten Assetklassen im Bereich Fixed Income. "Daher sehen wir Hybridanleihen als möglichen Ausweg aus dem Niedrigzinsdilemma", so Sauer und Teutsch.

Folgende Aspekte seien nach Meinung der Experten beachtenswert:

1. Kuponzahlungen

In bestimmten Situationen könnten Kuponzahlungen ausfallen. Dies sei eine diskretionäre Entscheidung des Emittenten, wenn das Unternehmen zum Beispiel keinen Gewinn erwirtschafte. "Bei Finanznachranganleihen werden die Kuponzahlungen bei Additional Tier 1 nicht nachgeholt und die Bankenaufsicht entscheidet über die Bedienung des Kupons", so Sauer und Teutsch. Bei Hybridanleihen sei das anders: Die Kuponzahlungen seien kumulativ und es gebe keine Aufsichtsbehörde, die die Zahlung verbieten könnte.

2. Attraktivität von Hybridanleihen

"Hybridanleihen haben ein etwas niedrigeres Rating als Senior-Anleihen, weshalb das Kuponausfallrisiko (gemessen am Rating) etwas höher ist als bei Senior-Anleihen", so die Experten. Dies werde jedoch durch die hohe Kreditqualität der Emittenten, die attraktiven Renditen und die geringere Zinssensitivität kompensiert. "Aufgrund ihrer Nachrangigkeit verfügen Hybridanleihen über eine höhere Rendite als ihr erstrangiges Senior-Pendant", würden Sauer und Teutsch erläutern. Auch im Vergleich zu High Yield bräuchten sich Hybridanleihen nicht zu verstecken: "Bei etwa ähnlicher Volatilität weisen Hybrids eine bessere Performance auf."

3. Geringes Durationsrisiko

Das Durationsrisiko sei bei Hybridanleihen eher als gering einzuschätzen. Zwar seien die Laufzeiten lang oder gar unendlich, doch seien die Emittenten zumeist motiviert, den ersten Kündigungstermin wahrzunehmen. "Neben der Beschaffung von Liquidität können Emittenten mittels Hybridanleihen die Bilanzstruktur ihres Unternehmens verbessern", so die beiden Experten. Demnach würden Hybridanleihen für einen gewissen Zeitraum zu 50 Prozent als Eigenkapital angerechnet.

Zudem sei das Hybridanleihen-Segment mit einer Größe von über 100 Milliarden Euro keine Nische mehr und ein sehr liquider Sektor. "Ein europäisches Hybridanleihen-Portfolio sollte aus Diversifikationsgründen für institutionelle Anleger einen essenziellen Bestandteil der Vermögensanlagen darstellen", würden Sauer und Teutsch sagen.

Lazard Asset Management investiere im Rahmen seiner Lazard Hybrid Strategie in europäische Hybridanleihen ausschließlich von Emittenten höchster Bonität. Die Portfolioselektion sei mit derzeit 53 Anleihen von 33 Emittenten tendenziell konzentriert, aber dennoch breit diversifiziert (14 Länder, 10 Sektoren).

Ziel der Strategie sei die Erzielung einer nachhaltigen und attraktiven Anlagerendite bei zeitgleicher Minderung der Marktrisiken. Aktuell liege die Rendite des Portfolios bei etwa 1,6 Prozent, der Kupon bei knapp drei Prozent bei einer Duration von 4,6 Jahren. (08.06.2021/alc/a/a)